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Übungswehen: Ab wann & wie fühlen sie sich an?

vonLisa Klugmayer

Warum ist der Bauch in der Schwangerschaft manchmal hart? Wie erkenne ich Übungswehen? Ab wann treten sie auf? Alle wichtigen Infos & Tipps.

vonLisa Klugmayer
Übungswehen oder "echte" Wehen?
Übungswehen oder "echte" Wehen?
©Bigstock/ Dean Drobot

Das Wichtigste in Kürze:

  • Übungswehen dienen zur Vorbereitung der Gebärmutter auf die Geburt.
  • Sie können etwa ab der 20. SSW mehrmals täglich (bis zu zehn Mal) vorkommen.
  • Braxton-Hicks-Kontraktionen können unangenehm – sollten aber nicht schmerzhaft sein.
  • Durch Wärme lassen sich die Übungswehen meist lindern – so kannst du sie gut von Geburtswehen unterscheiden.
  • Sind die Wehen schmerzhaft, regelmäßig oder mit Blutungen verbunden, solltest du das bei einem Arzt abklären lassen.

Übungswehen: Ab wann muss ich damit rechnen?

Übungswehen sind die ersten Wehen, die dir in deiner Schwangerschaft begegnen werden. Sie treten in der Regel etwa ab der 20. SSW auf – können aber auch früher vorkommen.

Dabei tragen sie verschiedene Namen, was auch ohne Schwangerschaftsdemenz ganz schön verwirrend sein kann. Diese harmlosen Kontraktionen heißen beispielsweise auch: Wilde Wehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen, nach dem englischen Mediziner, der diese Kontraktionen im Jahr 1872 erstmals beschrieb.

Warum heißen Übungswehen eigentlich Übungswehen?

Die Kontraktionen sind tatsächlich Übungen für deinen Körper. Mit diesen Braxton-Hicks-Kontraktionen „trainiert“ deine Gebärmutter und bereitet sich schon jetzt auf die Wehen bei der Geburt vor.

Bei den wilden Wehen zieht sich die Gebärmutter zusammen und der Bauch wird hart – und entspannt sich kurz danach wieder – dann wird auch dein Bauch wieder weicher. So werden die Gebärmutter und andere für die Geburt wichtigen Muskeln trainiert.

Zusätzlich bewirken Übungswehen, dass sowohl das Kind als auch die Plazenta besser durchblutet werden.

Sind Übungswehen schmerzhaft?

Braxton-Hicks-Kontraktionen können unangenehm sein. Für gewöhnlich ist das Zusammenziehen aber nicht schmerzhaft. Du merkst einfach nur, dass der Bauch hart wird. Also keine Panik, alles ganz normal.

Bei den Übungswehen verhärtet sich deine Bauchdecke für eine knappe Minute. Das kann in unregelmäßigen Abständen mehrmals am Tag passieren, sollte aber vor allem im zweiten Trimester nicht öfter als dreimal in der Stunde passieren.

: Was steckt dahinter?

Da wilde Wehen schmerzlos sind, merken manche Frauen sie nicht einmal. Gerade in der ersten Schwangerschaft ist es daher manchmal schwer, Übungswehen überhaupt zu erkennen.

Ab der 36. SSW bewegen die „Wehen“ das Kind dann langsam in die optimale Gebärposition und bereiten den Muttermund auf die Öffnung vor. Dabei handelt es sich um sogenannte Vor- oder Senkwehen.

Unterschied zu Geburtswehen

Wilde Wehen und echten Wehen unterscheiden sich stark:

Übungswehen…

  • …bewirken nicht das Öffnen des Muttermundes.
  • …verkürzen nicht den Gebärmutterkanal.
  • …leiten nicht die Geburt ein.

So kannst du Übungswehen erkennen

Im Unterschied zu Geburtswehen werden wilden Wehen die Abstände zwischen den Wehen nicht kürzer. Übungswehen können zweimal kurz hintereinander auftreten und dann mehrere Stunden wieder nicht.

Hier hilft auch ein kleiner Test in der Badewanne: Werden die Wehen bei einem warmen Bad schwächer, ist es falscher Alarm. Bleiben sie oder nehmen sie zu, handelt es sich wahrscheinlich um Geburtswehen.

Übungswehen: Wann muss ich zum Arzt?

Wie schon erwähnt, sind Übungswehen schmerzlos. Ein starkes Druck- oder Schmerzgefühl im Unterbauch oder Rücken darf im Zusammenhang mit wilden Wehen deswegen nicht auftreten – auch kein Ausfluss oder Blutungen.

Wenn du drei bis vier Wehen in der Stunde oder mehr als zehn schmerzhafte Wehen am Tag spürst, könnte es sich nicht mehr um Übungswehen, sondern um Geburtswehen handeln. Vor allem, wenn die Schwangerschaft schon recht weit fortgeschritten ist, kann dies der Fall sein.

Hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Bist du dir unsicher oder kommt dir etwas komisch vor, rufe zur Abklärung bei deinem Frauenarzt oder bei deiner Hebamme an.

Übungswehen: Was kann ich gegen den harten Bauch tun?

Allgemein gilt: Stress und körperliche Anstrengung verstärken die Übungswehen. Nimm dir deshalb regelmäßig Auszeiten. Manchmal kann es helfen, einfach nur die Liege- oder Sitzposition zu verändern.

Um zu entspannen, kannst du außerdem ein warmes Bad nehmen – aber bitte nie, wenn du alleine bist! Ist das Wasser zu heiß oder dauert das Bad zu lange, kann sich das auf deinen Kreislauf auswirken. Alternativ kann auch ein warmes Kirschkernkissen im Rücken die Beschwerden lindern.

: Magnesium bei Übungswehen

Manche Schwangere nehmen Magnesiumpräparate gegen die Braxton-Hick-Kontraktionen. Da die Übungswehen aber eine wichtige Funktion (die Vorbereitung auf die Geburt) haben, raten einige Hebammen von der Einnahme von Magnesium (falls es nicht aus anderen Gründen ratsam ist) eher ab.

Mehr zum Thema Magnesium in der Schwangerschaft kannst du auch hier nachlesen.

Quellen

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