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Übungswehen: Ab wann und was tun gegen den harten Bauch?

Warum ist der Bauch in der Schwangerschaft manchmal hart? Woher weiß ich eigentlich, ob das Übungswehen oder richtige Wehen sind und was sind eigentlich Braxton-Hicks-Kontraktionen?

Übungswehen oder "echte" Wehen?
Übungswehen oder "echte" Wehen?
©Bigstock/ Dean Drobot

In diesem Artikel:

Übungswehen: Ab wann muss ich damit rechnen?

Übungswehen sind die ersten Wehen, die dir in deiner Schwangerschaft begegnen werden und treten etwa ab der 20. SSW auf. Dabei tragen sie verschiedene Namen, was auch ohne Schwangerschaftsdemenz ganz schön verwirrend sein kann. Diese harmlosen Kontraktionen heißen beispielsweise auch: Wilde Wehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen, nach dem englischen Mediziner, der diese Kontraktionen im Jahr 1872 erstmals beschrieb.

Warum heißen Übungswehen jetzt Übungswehen?

Die Kontraktionen sind tatsächlich Übungen für deinen Körper. Mit diesen Braxton-Hicks-Kontraktionen „trainiert“ deine Gebärmutter und bereitet sich schon jetzt auf die Wehen bei der Geburt vor. Dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und der Bauch wird hart – und entspannt sich kurz danach wieder, dann wird auch dein Bauch wieder weicher. So werden die für die Geburt wichtigen Muskeln trainiert und zusätzlich bewirken Übungswehen, dass sowohl das Kind als auch die Plazenta besser durchblutet werden.

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Sind Übungswehen schmerzhaft?

Für gewöhnlich ist dieses Zusammenziehen nicht schmerzhaft. Du merkst einfach nur, dass der Bauch hart wird. Also keine Panik, alles ganz normal. Ab der 36. SSW bewegen die Übungswehen das Kind dann langsam in die optimale Gebärposition und bereiten den Muttermund auf die Öffnung vor. Dann heißen sie Vor- oder Senkwehen.

Bei den Übungswehen verhärtet sich deine Bauchdecke für eine knappe Minute. Das kann in unregelmäßigen Abständen mehrmals am Tag passieren, sollte aber vor allem im zweiten Trimester nicht öfter als dreimal in der Stunde passieren. Da wilde Wehen schmerzlos sind, merken manche Frauen sie nicht einmal. Gerade in der ersten Schwangerschaft ist es daher manchmal schwer, Übungswehen überhaupt zu erkennen.

Unterschied Geburtswehen

Du kannst leicht den Unterschied zwischen Übungswehen und echten Wehen erkennen: Sie bewirken im Gegensatz zu Geburtswehen nicht das Öffnen des Muttermundes, verkürzen nicht den Gebärmutterkanal und leiten auch nicht die Geburt ein. Braxton-Hicks-Kontraktionen können ein wenig unangenehm, aber nicht schmerzhaft sein.

Tipp: Hier hilft ein kleiner Test in der Badewanne: Werden die Wehen bei einem warmen Bad schwächer, ist es falscher Alarm. Bleiben sie oder nehmen sie zu, geht’s los.

Im Video wird nochmals ausführlicher erklärt, wie du sie von Geburtswehen unterscheiden kannst:

 

An diesen 5 Anzeichen erkennst du Übungswehen

Übungswehen: Wann muss ich zum Arzt?

Wie schon erwähnt, sind Übungswehen schmerzlos. Ein Druck- oder Schmerzgefühl im Unterbauch oder Rücken darf im Zusammenhang mit wilden Wehen deswegen nicht auftreten – auch kein Ausfluss oder Blutungen. Wenn du drei bis vier Wehen in der Stunde oder mehr als zehn schmerzhafte Wehen am Tag spürst, könnte es sich nicht mehr um Übungswehen, sondern um Geburtswehen handeln. Vor allem, wenn die Schwangerschaft schon recht weit fortgeschritten ist, kann dies der Fall sein.

Hier gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Bist du dir unsicher oder kommt dir etwas komisch vor, rufe zur Abklärung bei deinem Frauenarzt oder bei deiner Hebamme an. Im schlimmsten Fall öffnet sich der Muttermund und die Geburt setzt verfrüht ein.

Übungswehen: Was kann ich gegen den harten Bauch tun?

Allgemein gilt: Stress und körperliche Anstrengung verstärken die Übungswehen. Nimm dir deshalb regelmäßig Auszeiten. Manchmal kann es helfen, einfach nur die Liege- oder Sitzposition zu verändern. Um zu entspannen, kannst du außerdem ein warmes Bad nehmen – aber bitte nie, wenn du alleine bist! Ist das Wasser zu heiß oder dauert das Bad zu lange, kann sich das auf deinen Kreislauf auswirken. Alternativ kann auch ein warmes Kirschkernkissen im Rücken die Beschwerden lindern.

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Quellen