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Vagina nach Geburt – wie sie sich wirklich verändert

„Dass das alles da unten so wie vorher wird, kannst du dir gleich abschminken!“ Solche Kommentare verunsichern Schwangere vor der Geburt. Verändert sich die Vagina nach der Geburt wirklich? Wir nehmen aber kein Blatt vor den Mund und erklären dir ganz ehrlich, was du nach der Geburt zu erwarten hast. Und gleichmal vorweg – du brauchst du Angst zu haben, denn so schlimm ist es nicht!

So verändert sich dein Intimbereich nach der Geburt wirklich
So verändert sich dein Intimbereich nach der Geburt wirklich
© Pixabay/ StockSnap

Viele Frauen machen sich schon vor der Geburt Gedanken

Viele Frauen könnten nicht glücklicher sein, wenn der Schwangerschaftstest positiv ist. Vor allem, wenn der Kinderwunsch lange unerfüllt geblieben ist, ist die Freude groß. Dann kommt der erste Härtetest: Die Schwangerschaft. Akne, Rückenschmerzen und Gewichtszunahme. Danach der zweite Härtetest: Die Geburt. Die ist kein Spaziergang! Aber letztendlich ist das neue Familienmitglied die Strapazen immer wert gewesen.

Vor der Geburt machen sich viele Frauen Gedanken – Wird alles gutgehen? Wird es stark wehtun? Aber auch wie sich ihre Vagina nach der Geburt verändern wird, beschäftigt sie.

Ist die Vagina nach der Geburt dauerhaft ausgedehnt?

Bei einer natürlichen Geburt vergrößert sich die Vagina um das zehnfache. Daher kommt die Angst, dass die eigene Vagina nach der Geburt ‚ausgeleiert‘ ist. Sprüche wie „da ist es, als würde man eine Salami in den Hausflur werfen“ machen das Ganze auch nicht besser.

Aber die Annahme, dass eine Vagina nach der Geburt für immer ausgeweitet ist, ist und bleibt ein Mythos. Die Vagina ist ein Muskel und deswegen sehr elastisch. Sie kann die Ausdehnung bei der Geburt ohne Probleme aushalten. Schon kurz nach der Geburt kehrt die Vagina wieder zum Ursprungszustand zurück.

Was sich dauerhaft verändern kann ist der Scheidenkanal – dieser kann sich verlängern. Diese Veränderung ist allerdings optisch nicht erkennbar und kaum spürbar. Nur beim Einführen eines Tampons können Frauen einen Unterschied feststellen. Beckenbodentraining kann aber hier helfen.

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Verändert sich die Vagina bei der Geburt optisch?

Neue Mütter  haben nach der Geburt Angst, ihren eigenen Intimbereich im Spiegel anzuschauen. In der ersten Zeit ist das vielleicht sogar ratsam, denn mögliche Geburtsverletzungen können abschreckend wirken. Nachdem alles aber verheilt ist, gibt es meist keine zu drastischen Veränderungen der Vagina.

Wegen dem wechselnden Hormonspiegel kann es sein, dass die Schamlippen dunkler sind als vor der Geburt. Das kann sich mit der Zeit normalisieren, aber auch dauerhaft so bleiben. Die äußere Vulva kann sich auch optisch verändern. Schamlippen können nach der Geburt mehr hervortreten, was aber alles völlig normal und kein Grund für Unsicherheit ist.

Warum fühlt sich meine Vagina anders an?

Dass sich die Vagina nach der Geburt erstmal anders anfühlt, ist ganz normal. Das liegt daran, dass die Beckenbodenmuskulatur nicht mehr so straff ist wie vor der Geburt. Durch Rückbildungsgymnastik kann die Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden. Außerdem dauert es nach der Geburt immer eine gewisse Zeit, bis der Körper sich voll erholt hat.

Es kann mehrere Gründe geben, wieso der Intimbereich sich trotzdem noch anders anfühlen kann:

  • Feine Risse und Nähte können zu Irritationen führen
  • Die Rückbildung ist noch nicht ganz abgeschlossen
  • Der Hormonhaushalt ist nicht ausgeglichen – das ist nach der Geburt meist der Fall. Deshalb kann die Scheide weniger feucht sein und sich anders anfühlen
  • Placebo/Angsteffekt

Fühlt sich Sex nach der Geburt anders an?

Sex kann sich kurze Zeit nach der Geburt anders anfühlen – das normalisiert sich allerdings auch wieder. Hierfür kann es verschiedene Gründe geben:

#1. Zu früh nach der Geburt: Nach einer vaginalen Geburt braucht der Körper eine Weile, bist er vollständig genesen ist. Schwellungen, Risse und Blutergüsse müssen verheilt sein, bevor an Sex gedacht wird. Die meisten Gynäkologen raten, zwischen vier und sechs Wochen zu warten.

#2. Noch nicht komplett verheilte schlimmere Geburtsverletzungen: Nach einem Scheiden- oder Dammriss kann es sein, dass der Wundbereich länger braucht, um komplett zu verheilen. Sex kann hier irritierend wirken und zu Schmerzen führen. In diesem Fall ist abwarten angesagt.

#3. Trockene Scheide durch Hormonhaushalt: Nach der Geburt ist der Hormonhaushalt oft unausgeglichen. Vor allem, wenn Frauen stillen, ist der Östrogenspiegel sehr niedrig. Das kann zu Scheidentrockenheit führt führen. Dazu kommt, dass die Scheidenschleimhaut nach der Geburt noch dünn ist und deswegen empfindlicher. Die Folge: Sex tut weh.. Hier können längeres Vorspiel oder Gleitgel Abhilfe schaffen.

#4. Unsicherheit nach der Geburt: Frauen fühlen sich nach der Geburt oft unwohl im eigenen Körper. Der Bauch hängt, die Kilos purzeln nicht so schnell. Am größten ist aber bei den meisten Frauen die Angst für ihren Partner nicht mehr attraktiv zu sein. Das kann zu Verspannungen und weniger Spaß beim Sex führen. Jedoch ist diese Angst meistens unbegründet – Männer bemerken die meisten ‚Problemzonen‘ gar nicht so.

Wird meine Vagina wieder so sein wie vor der Geburt?

Sieh es einfach mal so: Dein Körper ist dafür gemacht, ein Kind zu gebären und auch danach wieder normal zu funktionieren. Bei fast allen Frauen verändert sich die Vagina – also nein, deine Vagina wird wahrscheinlich nicht genauso sein wie davor. Aber das ist nicht schlimm: Wegen kleineren optischen Veränderungen an einer Vagina solltest du dir also keine Sorge machen. Die sind völlig normal!