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Verstopfung & Schwangerschaft: Was dir jetzt hilft

Verstopfung & Schwangerschaft – diese Kombination ist leider keine Seltenheit. Wie Verstopfungen in der Schwangerschaft entstehen und was du tun kannst, um sie zu lösen, erfährst du hier.

Verstopfungen in der Schwangerschaft können verschiedene Ursachen haben.
Verstopfungen in der Schwangerschaft können verschiedene Ursachen haben.
© Hanna Postova via Unsplash

Verstopfungen Schwangerschaft: Daher kommt`s

Viele Schwangere kämpfen während der Schwangerschaft mit einer verlangsamten Verdauung, einem ständigen Völlegefühl und einem harten Stuhlgang. Laut Dr. Daniela Oesterle leiden bis zu 44 Prozent der Schwangeren unter Verstopfungen. Schwangerschaft und Probleme beim Stuhlgang sind also keine Seltenheit.

Von einer Verstopfung – medizinisch Obstipation genannt – spricht man, wenn Stuhl seltener als zwei Mal pro Woche abgeht, die Stuhlmengen dabei eher gering ausfallen und starkes Pressen erfordert. Doch wie entstehen Verstopfungen in der Schwangerschaft?

  • Verstopfung durch hormonelle Umstellung
    Schwangerschaftshormone verursachen häufig Verstopfungen. In der Schwangerschaft steigt unter anderem der Progesteronspiegel an, wodurch sich der Darm entspannt und die Nahrung dementsprechend langsamer transportiert wird.
  • Stress
    Eine sehr gängige, dennoch unterschätzte Ursache ist Stress. Du musst bedenken, dass sich dein Körper gerade darauf vorbereitet ein Kind auf die Welt zu bringen. Das sorgt für psychischen und physischen Stress. Darunter leidet auch die Verdauung und es kommt zur Verstopfung. Schwangerschaft ist, egal wie viele man schon hinter sich hat, immer eine Umstellung für den Körper.
  • Verstopfung durch Ernährungsumstellung
    In der Schwangerschaft stellen viele Frauen ihre Essgewohnheiten um. Sie essen vermehrt eiweiß- und kalziumreiche Milchprodukte. Als Ergänzung muss der Körper Laktase (ein milchspaltendes Enzym) produzieren. Hat eine schwangere Frau nicht genug davon, kommt es zu Verdauungsschwierigkeiten.
  • Physiologische Ursachen
    Kommt es zu einer Schwangerschaft legt nicht nur die Gebärmutter deutlich an Größe und Gewicht zu, auch Fötus, Mutterkuchen und Fruchtwasser wachsen. Gerade im dritten Trimester kämpft man dann mit Verstopfungen. Schwangerschaft verändert und verschiebt die Organe, so nimmt auch der Druck auf den Darmbereich zu.
  • Flüssigkeitshaushalt
    Während der Schwangerschaft wird vermehrt Flüssigkeit im Gewebe eingelagert. Die Folge: Es steht weniger Flüssigkeit zur Verfügung, um unseren Nahrungsbrei zu verdünnen. Ist dieser fester, erschwert das seinen Transport durch den Darm. In vielen Fällen kommt es dann zur Verstopfung in der Schwangerschaft.
  • Nahrungsergänzungsmittel
    In der Schwangerschaft kann es sinnvoll sein bestimmte Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Da sich der Eisenbedarf in der Schwangerschaft erhöht, kommen Frauen kaum drumherum Eisenpräparate zu sich zu nehmen. Zu den Nebenwirkungen gehören Verstopfungen.

Ist Pressen bei Verstopfungen gefährlich?

Wer harten Stuhlgang hat fängt automatisch an zu pressen. Das kann sehr schmerzhaft sein und außerdem zu Hämorrhoiden führen. Hämorrhoiden sind Schwellungen von Blutgefäßen am Anus. Dagegen können Salben helfen, trotzdem solltest du das Problem mit deinem Arzt oder deiner Hebamme besprechen. Damit es aber erst gar nicht dazu kommt, solltest du gar nicht anfangen zu pressen.

Verstopfung & Schwangerschaft: Symptome

Symptome, die sich bei einer Verstopfung in der Schwangerschaft häufig noch dazugesellen sind:

  • Völlegefühl
  • aufgeblähter Bauch, Blähungen
  • unvollständige Entleerung des Darmes
  • Blockadegefühl während des Stuhlganges
  • sehr harter Stuhl
  • Hämorrhoiden

Warum hat man Verstopfungen in der Frühschwangerschaft?

Verstopfungen in der Frühschwangerschaft sind keine Seltenheit. Das liegt daran, dass der Darm beginnt langsamer zu arbeiten. Daher gelten Verstopfungen auch als Schwangerschaftsanzeichen.

Kann man Verstopfungen in der Schwangerschaft verhindern?

Leider kannst du nicht kontrollieren, ob du Verstopfungen während der Schwangerschaft bekommst oder nicht. Wie weiter oben schon beschrieben gibt es viele verschiedene Gründe, die zu den Beschwerden führen können. Mittels einer ballaststoffreichen Ernährung und viel Flüssigkeit kannst du jedoch den Verdauungsproblemen entgegenwirken.

Was hilft gegen Verstopfungen in der Schwangerschaft?

Du kannst mit einigen Tipps dafür sorgen, dass dein Darm wieder in Schwung kommt.

  • Dörrobst
    Vor allem Pflaumen, aber auch Datteln oder Aprikosen sind ballaststoffreich und kurbeln deine Verdauung an. Alternativ kannst du auch Pflaumensaft trinken, dieser wirkt leicht abführend.
  • Magnesium
    Magnesium wirkt stuhllockernd und hilft daher bei Verstopfungen. Schwangerschaft erfordert mehr Vitamine, da nicht nur du, sondern auch dein Baby versorgt werden müssen. Magnesiumreiche Lebensmitteln, wie Vollkorn, Haferflocken, grünes Gemüse, Nüsse, Bohnen können helfen. Übermäßig viel Magnesium ist allerdings auch nicht gut für dich, daher solltest du die Einnahme von Magnesium-Präparaten immer mit einem Arzt absprechen.
  • Sauerkraut
    Da Sauerkraut Milchsäure enthält, fördert er die Verdauung bei Schwangerschaftsverstopfungen. Du kannst entweder rohen Sauerkraut zwischendurch als Snack essen oder Sauerkrautsaft vor deiner Mahlzeit trinken.
  • Wasser
    Ein altbewährtes Mittel gegen Verstopfungen ist Wasser. Trink morgens auf nüchternen Magen ein Glas lauwarmes Wasser mit Zitrone. Wenn das nicht hilft, kannst du auch versuchen ein bis zwei Gläser Wasser mit Kohlensäure vor einer Mahlzeit zu trinken.
  • Weizenkleie, Floh- oder Leinsamen
    Am besten, du mischt sie morgens in deinen Joghurt oder dein Müsli. Auch im Salat machen sie sich gut. Achte aber darauf, zeitgleich ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
  • Ballaststoffe
    Ballaststoffe regen die Verdauung an und wirken Wunder bei Verstopfungen. Schwangerschaft geht meist mit einer Ernährungsumstellung einher. Achte daher generell auf eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung mit Vollkornprodukten sowie frischem Obst und Gemüse, Samen, Nüssen und Hülsenfrüchten.
  • Zwischenmahlzeit
    Um deine Verdauung anzuregen, hilft es eine Zwischenmahlzeit mit Kirschen, Himbeeren, Birnen, Pflaumen, Pfirsiche oder Trauben zu dir zu nehmen.
  • Stuhlgang richtig verrichten
    Tatsächlich kann die Position, in der du auf der Toilette sitzt, deinen Stuhlgang beeinflussen und Verstopfungen entgegenwirken. Es empfiehlt sich die Füße hochzulegen. Dadurch sitzt man entspannter und der Stuhlgang geht leichter.
  • Viel Flüssigkeit
    Wenn du auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achtest, hältst du deinen Darm bei Laune. Der Nahrungsbrei verflüssigt sich und kann so leichter transportiert werden. Mindestens zwei Liter Wasser, ungesüßte Tees, die für Schwangere unbedenklich sind, und ab und zu verdünnter Fruchtsaft sind zu empfehlen.
  • Milchzucker
    Milchzucker ist ein natürliches Abführmittel, das aus Molke gewonnen wird. Bei Verstopfungen kannst du über den Tag verteilt ein bis vier Esslöffel einnehmen.
  • Ausreichende Bewegung
    Der Darm wird durch Bewegung in Schwung gehalten. Deshalb solltest du gerade bei Verstopfung in der Schwangerschaft darauf achten, dass du dich moderat, aber ausreichend bewegst. Spaziergänge, Yoga, Schwimmen oder Radfahren sind zu empfehlen.
  • Richtiges Kauen
    Einfach, aber effektiv! Wird die Nahrung schon im Mund ordentlich zerkleinert, hat der Verdauungstrakt weniger zu tun. So wirst du die Verstopfung trotz Schwangerschaft schnell los.

Die optimale Ernährung während der Schwangerschaft

Darauf solltest du jetzt verzichten

Vermeide Lebensmittel, die zusätzlich stopfen. Das sind beispielsweise Bananen, Kartoffeln, Eier, Käse oder Schokolade.

Was zum Abführen in der Schwangerschaft?

Verstopfungen können nicht nur lästig sein, sondern auch zu Schmerzen führen. Generell solltest du versuchen die Verdauungsprobleme auf natürlichem Wege zu lösen. Abführmittel jeglicher Art solltest du nicht einnehmen. Nicht nur können sie frühzeitige Wehen auslösen, sie können auch den Wasserhaushalt des Darms beeinflussen. Medikamente solltest du nur in Rücksprache mit deinem Arzt einnehmen.

Wann ist eine Verstopfung in der Schwangerschaft gefährlich?

In den meisten Fällen sind Verstopfungen während der Schwangerschaft einfach nur unangenehm. Aufpassen solltest du, wenn das Pressen zu Hämorrhoiden führt. Wenn du starke Verstopfungserscheinungen aufweist und unter extremen Schmerzen leidest, solltest du das nicht auf die leichte Schulter nehmen und einen Arzt aufsuchen. Dieser kann dir helfen herauszufinden ob die Verstopfungen nahrungs- oder anderweitig bedingt sind.

Quellen