Verstopfung & Schwangerschaft: So klappt es mit der Verdauung wieder

Verstopfung & Schwangerschaft: So bekommst du deine Verdauung in den Griff

Verstopfung & Schwangerschaft – diese Kombination ist leider keine Seltenheit. Viele Schwangere können ein Liedchen singen von einer verlangsamten Verdauung, einem ständigen Völlegefühl und Stuhlproblemen. Schuld daran sind wieder einmal die Hormone, aber häufig auch die wachsende Gebärmutter, die Druck auf den Darmbereich ausübt, sowie ein veränderter Flüssigkeitshaushalt. Was du tun kannst, um die Verstopfung in der Schwangerschaft zu lösen und ihr dauerhaft entgegenzuwirken, erfährst du hier.

Eine Frau hält sich angestrengt die Hände vors Gesicht: Eine Verstopfung in der Schwangerschaft kann sehr belastend sein
Nicht verzweifeln: Die Kombination Verstopfung & Schwangerschaft ist unangenehm, kommt aber recht häufig vor und lässt sich mit ein paar Tricks gut in den Griff bekommen. © Hanna Postova via Unsplash

Was versteht man unter einer Verstopfung in der Schwangerschaft?

Von einer Verstopfung – medizinisch Obstipation genannt – spricht man, wenn Stuhl seltener als zwei Mal pro Woche abgeht, die Stuhlmengen dabei eher gering ausfallen und der Prozess des Stuhlens starkes Pressen erfordert.

Symptome, die sich bei einer Verstopfung in der Schwangerschaft häufig noch dazugesellen sind:

  • Völlegefühl
  • aufgeblähter Bauch, Blähungen
  • unvollständige Entleerung des Darmes
  • Blockadegefühl während des Stuhlganges
  • sehr harter Stuhl
  • Hämorrhoiden

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Warum gehen Verstopfung & Schwangerschaft so häufig Hand in Hand?

Gerade während einer Schwangerschaft können die vielen körperliche Veränderungen Magen-Darm-Beschwerden, insbesondere die Verstopfung, begünstigen.

Endlich eine Schwangerschaft! Verstopfung durch die hormonelle Umstellung

Tritt eine Schwangerschaft ein, verändert sich der Hormonspiegel sehr schnell: Unter anderem steigt der Progesteronspiegel an – und der wirkt sich auf die Darmmuskulatur aus. Sie wird träger und transportiert Nahrung dadurch langsamer. Nicht selten ist eine Verstopfung in der Schwangerschaft die unangenehme Folge. Vor allem in der Frühschwangerschaft sind Probleme beim Stuhlgang zumeist auf hormonelle Umstellungen im Körper zurückzuführen.

Verstopfung in der Schwangerschaft: physiologische Ursachen

Während einer Schwangerschaft legt nicht nur die Gebärmutter deutlich an Größe und Gewicht zu, auch Fötus, Mutterkuchen und Fruchtwasser schlagen diesbezüglich ordentlich zu Buche. Gerade im letzten Drittel der Schwangerschaft kommt es daher häufig zur Verstopfung, weil der Druck auf den Darmbereich zunimmt und die Nahrung weniger leicht weitertransportiert werden kann.

 

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Verstopfung in der Schwangerschaft: Flüssigkeitshaushalt

Während der Schwangerschaft wird vermehrt Flüssigkeit im Gewebe eingelagert. Die Folge? Es steht weniger Flüssigkeit zur Verfügung, um unseren Nahrungsbrei zu verdünnen. Ist dieser in Folge fester, erschwert das seinen Transport durch den Darm. In vielen Fällen kommt es dann zur Verstopfung in der Schwangerschaft.

Verstopfung: Schwangerschaft & Nahrungsergänzungen

Bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, deren Einnahme während der Schwangerschaft notwendig werden können, bringen als Nebenwirkung unter Umständen eine Verstopfung mit sich. Vor allem auf Eisenpräparate trifft dies zu.

Was kann ich gegen eine Verstopfung in der Schwangerschaft unternehmen?

Neben einigen Basics, die du unbedingt berücksichtigen solltest (Zeit nehmen für den Stuhlgang, nicht zu fest pressen…), kannst du mit einigen Tipps ergänzend dafür sorgen, dass dein Darm wieder in Schwung kommt.

  • Dörrobst: Dörrobst ist ein echter Geheimtipp gegen Schwangerschaftsverstopfung. Vor allem Pflaumen, aber auch Datteln oder Aprikosen sind ballaststoffreich und kurbeln deine Verdauung an. Alternativ kannst du auch Pflaumensaft trinken, dieser wirkt leicht abführend.
  • Weizenkleie, Floh- oder Leinsamen: Diese kleinen Ballaststoff-Bomben regulieren deinen Stuhlgang und wirken so auch vorbeugend gegen Verstopfung in der Schwangerschaft. Am besten, du mischt sie morgens in deinen Joghurt oder dein Müsli. Auch im Salat machen sie sich gut. Achte aber darauf, zeitgleich ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffe regen also die Verdauung an und können bei Verstopfung in der Schwangerschaft Wunder wirken. Achte daher generell auf eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung mit Vollkornprodukten sowie frischem Obst und Gemüse, Samen, Nüssen und Hülsenfrüchten.
  • Magnesium: Magnesium wirkt stuhllockernd, daher kannst du bei Verstopfung in der Schwangerschaft probieren, ob du das Problem mit magnesiumreichen Lebensmitteln (Vollkorn, Haferflocken, grünes Gemüse, Nüsse, Bohnen…) lösen kannst. Übermäßig viel Magnesium ist allerdings auch nicht gut für dich, daher solltest du die Einnahme von Magnesium-Präparaten immer mit einem Arzt absprechen.
  • Flüssigkeit: Wenn du auf ausreichend Flüssigkeitsaufnahme achtest, hältst du deinen Darm bei Laune. Der Nahrungsbrei verflüssigt sich und kann so leichter transportiert werden. Verstopfungen lösen sich besser. Mindestens zwei Liter Wasser, ungesüßte Tees, die für Schwangere unbedenklich sind, und ab und zu verdünnter Fruchtsaft sind zu empfehlen.
  • Bewegung: Der Darm wird durch Bewegung in Schwung gehalten. Deshalb solltest du gerade bei Verstopfung in der Schwangerschaft darauf achten, dass du dich moderat, aber ausreichend bewegst. Spaziergänge, Yoga, Schwimmen oder Radfahren sind zu empfehlen.
  • Kauen: Einfach, aber effektiv! Wird die Nahrung schon im Mund ordentlich zerkleinert, hat der Verdauungstrakt weniger zu tun. So wirst du die Verstopfung trotz Schwangerschaft schnell los.
    Sprich auch mit deiner Hebamme. Sie hat sicher noch weitere Tipps für dich.

Verstopfung & Schwangerschaft: Darauf solltest du jetzt verzichten

Vermeide Lebensmittel, die zusätzlich stopfen. Das sind beispielsweise Bananen, Kartoffeln, Eier, Käse oder Schokolade. Auf keinen Fall solltest du bei Verstopfung in der Schwangerschaft eigenmächtig auf Abführmittel zurückgreifen. Im Gegenteil: Bleibt das Problem bestehen, sprich unbedingt mit deinem Hausarzt oder Gynäkologen.