Viagra in der Schwangerschaft: Neunzehn Babys gestorben

Viagra in der Schwangerschaft: Studie nach Tod von neunzehn Babys abgebrochen

Eigentlich sollte der Test den Ungeborenen helfen, sich besser zu entwickeln. Eine niederländische Studie musste jetzt aber nach dem Tod von 19 Babys abgebrochen werden – wie konnte das passieren?

Zwei Mütter halten sich den Babybauch
Viagra-Studie wurde abgebrochen ©Unsplash/rawpixel

Hintergrund der Studie

Eigentlich wollten die niederländischen Forscher mit der Versuchsreihe Ungeborenen mit schweren gesundheitlichen Problemen das Wachsen im Mutterleib erleichtern. Durch die Gefäßerweiternde Wirkung von Viagra-Wirkstoffes Sildenafil, sollte die Plazenta besser durchblutet werden.

Frühere Untersuchungen ließen das annehmen, denn es habe bis jetzt keine Hinweise darauf gegeben, dass das Potenzmittel eine Gefahr für die Mütter oder die Babys sein könnte, so die Leiter der Studie. Jetzt hat sich gezeigt, dass eine Sildenafil-Einnahme während der Schwangerschaft möglicherweise nach der Geburt schädlich für die Babys ist, so das AMC.

Babys hatten Lungenprobleme

Nach der Geburt starben 19 Babys, 11 davon an Lungenkrankheiten. Die meisten litten an zu hohem Blutdruck in den Lungen, was zu einer Mangelversorgung mit Sauerstoff führen kann.

Zu der Todesursache der anderen acht Babys wurden keine Angaben gemacht. Sechs weitere Babys hatten ebenfalls Lungenprobleme, überlebten aber. In der Vergleichsgruppe, in der die 90 Mütter ein wirkungsloses Placebo bekommen hatten, verstarben neun Babys – allerdings nicht an Lungenkrankheiten. „Die Möglichkeit einer Erkrankung der Blutgefäße in den Lungen scheint größer zu sein und die Möglichkeit von Todesfällen nach der Geburt scheint zuzunehmen“, so das AMC.

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Studie wurde abgebrochen

Die Studie, die eigentlich bis 2020 laufen sollte, wurde mittlerweile abgebrochen. Laut AMC habe das Mittel bei den Müttern nicht zu medizinischen Schädigungen geführt. Die betroffenen Mütter werden „so gut wie möglich“ ärztlich betreut und es wurden persönliche Gespräche geführt.

 

15 Babys aus der Testreihe wurden noch nicht geboren und die Mütter warten momentan noch auf die Testergebnisse, die zeigen sollen ob ihre Kinder womöglich ebenfalls durch den Test geschädigt wurden.