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Wehen fördern: Was löst die Geburt aus?

Kann und sollte man Wehen fördern? Wenn ja, wie? Welche Hausmittel und Methoden wirken wehenfördernd und wovon solltest du lieber die Finger lassen? Alle Antworten rund um das Auslösen der Geburtswehen.

Inhalt geprüft von Anja Stern und Marie Beinhauer, Hebammen

Sollte man Wehen fördern? Geht das überhaupt?

Eine Terminüberschreitung ist erstmal nichts Besorgniserregendes. Der im Mutterpass angegebene Geburtstermin ist eine rein statistische Berechnung und nur wenige Kinder kommen genau am errechneten Termin zur Welt. Du musst also Geduld haben und solltest vor allem nicht eigenständig mit Wehencocktails experimentieren.

Die Hebammen Anja und Marie von hallohebamme.de erklären:

„Eigentlich sollte man seinem Körper vertrauen und die Wehen alleine ohne Rücksprache mit der Hebamme oder dem Frauenarzt nicht selbständig fördern.“

Generell gilt: Das Baby sagt, wenn es losgeht. Bevor es nicht bereit ist, wird kein Bad, kein Spaziergang und der beste Sex keine Wehen auslösen.

Steht dein Baby aber schon in den Startlöchern, spricht nichts dagegen, ihm ein bisschen auf die Sprünge zu helfen und die Wehen sanft zu fördern.


Kurzübersicht zu Hausmitteln & Methoden, die Wehen fördern können:

  • Bewegung
  • Bauchmassage
  • Sex
  • Brustwarzenstimulation
  • Wärme
  • Wehenfördernde Kräuter und Gewürze

Wehen anregen durch Bewegung

Auch wenn es dir schwerfällt, solltest du dich jetzt viel bewegen. Ausgedehnte Spaziergänge oder einfaches Treppensteigen helfen, wenn du deine Wehen anregen willst. Durch die körperliche Anstrengung wird die Plazenta besser durchblutet – das wirkt wehenfördernd.

Aber: Übertreibe es nicht. Immerhin brauchst du noch genügend Kraft, wenn die Geburt dann tatsächlich losgeht!

Kann man durch Sex Wehen fördern?

Tatsächlich ist Sex ein hilfreiches Hausmittel, um deinen Wehen auf die Sprünge zu helfen. Die Prostaglandine im Sperma wirken wehenfördernd.

Außerdem zieht sich die Gebärmutter beim Orgasmus zusammen. Diese Kontraktionen können ebenfalls Wehen anregen. Zusätzlich wird beim Sex das Wehenhormon Oxytocin ausgeschüttet.

Tipp: Wähle eine Stellung, bei der der Babybauch nicht stört. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, haben wir dir hier die besten Sexstellungen aufgelistet:

: Auch mit Babybauch

Brustwarzenstimulation als Alternative

Ist dir Sex bereits zu anstrengend oder zu unangenehm, kannst du es auch mit Brustwarzenstimulation versuchen. Durch die Massage der Brustwarzen wird – genau wie beim Sex – die Oxytocin-Produktion angeregt. Vielleicht kannst du auf diese Weise deine Wehen auslösen.

Am besten massierst du (oder dein Partner) die Brustwarze circa eine Minute lang, dann pausierst du für einige Minuten. Dann wieder eine Minute Massage.

Wirken Wärme und Entspannung wehenfördernd?

Ja. Ein warmes Bad sorgt für Entspannung und das Wasser fördert zusätzlich die Durchblutung. Wenn du möchtest, kannst du ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugeben. Besonders Ölen, die Nelke, Eisenkraut, Zimt und Ingwer enthalten, wird nachgesagt, dass sie Wehen auslösen können.

 

: Darauf musst du achten!

Wichtig: Nicht zu heiß – dein Kreislauf kann sonst schlappmachen! Ideal ist eine körperwarme Wassertemperatur zwischen 32°C und 38°C. Bade besser nur, wenn noch jemand im Haus ist.

Ein Geheimtipp von den Hebammen Anja und Marie: Kaffeesahne mit in das Badewasser geben.

„Benutze für dein Bad 4 Tropfen Nelkenöl mit 250 ml Kaffeesahne und gib dies in eine volle Badewanne. Bade hier 20 min bei 37 Grad.“

Mit einer Bauchmassage die Wehen fördern und das Baby locken

Auf die Kombination Entspannung und wehenfördernde Öle setzt auch die Bauchmassage. Massiere dafür deinen Bauch mit Öl gleichmäßig und kreisförmig im Uhrzeigersinn. Verwende Öl-Extrakte aber bitte nicht unverdünnt, sondern immer gemischt mit Basisölen wie Mandel- oder Jojobaöl.

Welche Kräuter können die Geburt anregen?

  • Himbeerblätter-Tee

Viele Hebammen empfehlen, ab der 37. Schwangerschaftswoche regelmäßig Tee aus Himbeerblättern zur Geburtsvorbereitung zu trinken. Er ist reich an Vitaminen, Kalzium und Eisen. Die Himbeerblätter fördern außerdem die Durchblutung des Gewebes und machen den Beckenboden dadurch weicher.

Alle wichtigen Infos über die richtige Dosierung, Zubereitung und Anwendung findest du in unserem Ratgeberartikel „Himbeerblättertee in der Schwangerschaft“.

 

  • Zimt, Nelken und Ingwer

Auch Zimt, Nelken, Ingwer oder getrocknetes Eisenkraut wirken als Tee, Massageöl und Badezusatz, um die Wehen fördern zu können.

Wichtig: Halte vorher Rücksprache mit deiner Hebamme oder deiner Frauenärztin, bevor du irgendein Mittel einnimmst, um Wehen auszulösen.

Vorsicht mit dem Wehencocktail

Ja, der Wehencocktail kann Wehen auslösen. Er besteht in der Regel aus einem Gemisch aus Rizinusöl, Alkohol und Fruchtsaft. Das Rizinusöl wirkt abführend und regt den Darm an. Die gesteigerte Darmtätigkeit stimuliert die Muskulatur der Gebärmutter und kann so Wehen fördern und die Geburt anregen.

 

Aber Vorsicht: Die meisten Experten raten davon generell ab. Wenn du den Wehencocktail trotzdem trinken möchtest, dann auf keinen Fall in Eigenregie. Besprich das unbedingt mit deiner Ärztin oder deiner Hebamme.

Quellen

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