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Wehen fördern: So kannst du die Geburt anregen

Der Geburtstermin ist da, doch von Wehen keine Spur?! Verständlich, dass du da ein bisschen nachhelfen möchtest. Welche Lebensmittel können Wehen fördern und hilft Sex wirklich, um die Geburt anzuregen?

geprüft von Anja Stern und Marie Beinhauer, Hebammen

So kannst du die Geburt anregen
So kannst du die Geburt anregen
©Bigstock/Nastyaofly

Selbst Wehen fördern: Was hilft wirklich?

Viele werdende Mütter werden leicht unruhig, wenn der Geburtstermin überschritten ist und das Baby noch auf sich warten lässt. Doch das „Zu-spät-kommen“ deines Kindes ist erstmal nichts Besorgniserregendes. Der im Mutterpass angegebene Geburtstermin ist nur eine statistische Berechnung und nur wenige Kinder kommen genau am errechneten Termin zur Welt. Du musst also Geduld haben und solltest vor allem nicht eigenständig mit Wehencocktails experimentieren. Auch Anja und Marie von dem Blog hallohebamme sagen: „Eigentlich sollte man seinem Körper vertrauen und die Wehen alleine ohne Rücksprache mit der Hebamme oder dem Frauenarzt nicht selbständig fördern.“ Spricht aber aus Sicht der Hebamme oder des Gynäkologen nichts dagegen, kannst du versuchen dein Baby sanft zu locken.

Folgenden Hausmitteln wird nachgesagt, dass sie Wehen fördern können:

  • Bewegung z.B. Spazierengehen oder Treppensteigen
  • Bauchmassage
  • Sex
  • Brustwarzenstimulation
  • Warme Bäder (z.B. mit ätherischen Ölen)
  • Wehenfördernde Kräuter und Gewürze (z.B. Himbeerblättertee)

Einen kurzen Schnellüberblick über verschiedene Methoden gibt dir auch folgendes Video.

Diese 5 Methoden können Wehen fördern

Geburt anregen durch Treppensteigen, Sex und Co.

Auch wenn es dir vielleicht schwerfällt, solltest du dich jetzt viel bewegen. Ausgedehnte Spaziergänge oder einfaches Treppensteigen helfen, wenn du deine Wehen anregen willst. Durch die körperliche Anstrengung wird die Plazenta besser durchblutet – das wirkt wehenfördernd.

Aber: Übertreibe es nicht. Immerhin brauchst du noch genügend Kraft, wenn du Geburt dann tatsächlich los geht!

Tatsächlich ist Sex auch ein hilfreiches Hausmittel, um deinen Wehen etwas auf die Sprünge zu helfen ist. Die Prostaglandine im Sperma wirken wehenfördernd. Außerdem zieht sich die Gebärmutter beim Orgasmus zusammen. Diese Kontraktionen können ebenfalls Wehen fördern. Zusätzlich wird beim Sex das Wehenhormon Oxytocin ausgeschüttet.

Tipp: Wähle eine Stellung, bei der der Babybauch nicht stört. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt, haben wir dir hier die besten Sexstellungen aufgelistet: „Die 5 besten Sexstellungen in der Schwangerschaft

Ist dir Sex bereits zu anstrengend oder zu unangenehm, kannst du es auch mit Brustwarzenstimulation versuchen. Durch die Massage der Brustwarzen wird – genau wie beim Sex – die Oxytocin-Produktion angeregt. Am besten massierst du (oder dein Partner) die Brustwarze circa eine Minute lang, dann pausierst du für einige Minuten. Dann wieder eine Minute Massage.

Video-Empfehlung


Eine besonders entspannte Art, wie du die Geburt anregen kannst: ein warmes Bad nehmen. Das sorgt für Entspannung und das warme Wasser fördert zusätzlich die Durchblutung. Wenn du möchtest, kannst du ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugeben. Besonders Ölen, die Nelke, Eisenkraut, Zimt und Ingwer enthalten, wird nachgesagt, dass sie Wehen auslösen können. Wichtig: Nicht zu heiß – dein Kreislauf kann sonst schlappmachen! Ideal ist eine körperwarme Wassertemperatur zwischen 32°C und 38°C. Bade besser nur, wenn noch jemand im Haus ist.

Ein Geheimtipp von den Hebammen Anja und Marie: Kaffeesahne mit in das Badewasser geben. „Benutze für dein Bad 4 Tropfen Nelkenöl mit 250 ml Kaffeesahne und gib dies in eine volle Badewanne. Bade hier 20 min bei 37 Grad.“, schreiben sie in einem Beitrag über die Terminüberschreitung auf ihrem Blog hallohebamme.

Auf die Kombination Entspannung und wehenfördernde Öle setzt auch die Bauchmassage. Massiere dafür deinen Bauch mit Öl gleichmäßig und kreisförmig im Uhrzeigersinn. Verwende Ölextrakte aber bitte nicht unverdünnt, sondern immer gemischt mit Basisölen wie Mandel- oder Jojobaöl.

Mit Zimt und Himbeerblättern Wehen fördern

Viele Hebammen empfehlen, ab der 37. Schwangerschaftswoche regelmäßig Tee aus Himbeerblättern zur Geburtsvorbereitung zu trinken. Er ist reich an Vitaminen, Kalzium und Eisen. Die Himbeerblätter sollen außerdem die Durchblutung in der Muskulatur und dem Gewebe fördern und den Beckenboden dadurch weich machen.

Alle wichtigen Infos über die richtige Dosierung, Zubereitung und Anwendung findest du in unserem Ratgeberartikel „Himbeerblättertee in der Schwangerschaft“.

Auch Zimt, Nelken, Ingwer oder getrocknetes Eisenkraut wird nachgesagt Wehen fördern zu können – eingenommen als Tee oder wie oben beschrieben als Massageöl oder als Badezusatz. Halte aber immer zuerst Rücksprache mit deinem Frauenarzt, bevor du irgendein Mittel einnimmst. Nutze außerdem das Expertenwissen deiner Hebamme. Sie wird dir alle Frage beantworten können, wie du natürlich die Geburt anregen kannst.

Vorsicht mit dem Wehencocktail

Wenn du dich mit dem Thema „Wehen fördern“ näher beschäftigst, taucht ein Begriff immer wieder auf: Wehencocktail. Er besteht aus einem Gemisch aus Rizinusöl, Alkohol und einem Fruchtsaft. Das Rizinusöl wirkt abführend und regt den Darm an. Die gesteigerte Darmtätigkeit stimuliert die Muskulatur der Gebärmutter

Vorsicht: Die meisten Experten raten davon generell ab. Wenn du den Wehencocktail trotzdem trinken möchtest, dann auf keinen Fall in Eigenregie. Besprich das unbedingt mit deinem Arzt oder deiner Hebamme.

Noch mehr wichtige Informationen findest du in unserem Ratgeberartikel: „Wehencocktail“.

Generell gilt: Das Baby sagt, wenn es losgeht. Bevor es nicht bereit ist, wird kein Bad, kein Spaziergang und der beste Sex keine Wehen anregen. Steht dein Baby aber schon in den Startlöchern, spricht nichts dagegen, ihm ein bisschen auf die Sprünge zu helfen.

Quellen

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