Wehen: Anzeichen richtig erkennen und Wehenarten unterscheiden

Wehen erkennen: Übungswehen bis Geburtswehen

Wehen begleiten dich eigentlich schon ab der zweiten Schwangerschaftshälfte. Solche ersten Übungswehen sind aber nur ein sanftes Training. Wesentlich intensiver werden die Wehen gegen Ende der Schwangerschaft. Geht es jetzt schon los? Erfahre hier, wie du echte Wehen erkennen und von Vorwehen unterscheiden kannst und wie du den richtigen Zeitpunkt für den Weg zur Klinik abschätzt.

Nicht so viel Zeit? Im Video findest du die wichtigsten Anzeichen für Geburtswehen:

So kannst du Geburtswehen richtig erkennen

Wehen: Kurzüberblick über verschiedene Wehenarten

So kannst du die unterschiedlichen Wehen erkennen und voneinander unterscheiden:

Übungswehen (ab der 20. SSW)

Diese ersten Wehen können schon ab der 20. SSW auftreten. Sie sind im Normalfall schmerzlos und bleiben daher auch oft unbemerkt.

Senkwehen/ Vorwehen (ab der 36. SSW)

Senkwehen drücken dein Baby weiter in dein Becken. Sie treten etwa drei bis vier Wochen vor der Geburt auf. Wenige Tag vor der Geburt werden die Senkwehen intensiver und schmerzhaften. Sie werden dann auch als Vorwehen bezeichnet. Wichtig: Im Gegensatz zu den Eröffnungswehen sind sie noch unregelmäßig.

Geburtswehen (Startschuss für die Geburt)

Während der Geburt kommen verschiedene Wehen auf dich zu. Nach den Eröffnungswehen kommen Austreibungs- und Presswehen, die dein Kind endgültig auf die Welt schieben. Die Nachgeburtswehen stoßen die Plazenta ab und die Nachwehen helfen der Gebärmutter bei der Rückbildung.

Übungswehen als erstes Training

Ab etwa der 20. SSW trainiert dein Körper mit leichten Wehen bereits für die Geburt. Bei den sogenannten Übungswehen verhärtet sich deine Bauchdecke für eine knappe Minute. Das kann mehrmals am Tag passieren oder sogar mehrmals in der Stunde. Die Kontraktionen bereiten die Gebärmutter auf die Wehen bei der Geburt vor.
Wichtig: Übungswehen sind schmerzlos und unregelmäßig!

Senkwehen/ Vorwehen: Anzeichen, dass es bald los geht

Gegen Ende der Schwangerschaft verändern sich die Wehen – sie werden intensiver und können auch als schmerzhaft empfunden werden. Senkwehen können ab der 36. SSW auftreten. Diese Vorwehen drücken das Baby weiter ins Becken und sind ein deutliches Anzeichen, dass es bald mit der Geburt losgeht. Wie genau sich Vorwehen anfühlen und wie du diese Wehen erkennen kannst, das erfährst du in diesem Video:

So fühlen sich Vorwehen an

Wehen erkennen: Vorwehen oder Eröffnungswehen?

Wenn die Wehen schmerzhaft werden und der Geburtstermin kurz bevor steht, ist es nachvollziehbar, wenn Schwangere fürchten, solche Senkwehen mit den Geburtswehen zu verwechseln. Tatsächlich ist es aber so, dass sich die Geburtswehen anders anfühlen und nur schwer ignoriert werden können. Frauen erkennen in den meisten Fällen die Zeichen der Geburt durch die veränderte Wehenqualität und durch die regelmäßigen Wehenabstände. Auch andere Nebeneffekte um die Geburt sind meist zu bemerken: Es kommt beispielsweiße häufig zu leichtem Durchfall.

Diese Tabelle hilft dir, echte Wehen erkennen zu können:

Senkwehen/Vorwehen

Geburtswehen/ Eröffnungswehen
Treten bereist drei bis vier Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin auf Treten rund um den errechneten Entbindungstermin auf
Wehen bringen das Baby in Geburtsposition; schieben es tiefer ins Becken Wehen läuten die Geburt ein; sie wirken direkt auf den Muttermund und öffnen ihn
Senkwehen sind unregelmäßig Eröffnungswehen kommen in regelmäßigen, sich zunehmend verkürzenden Abständen
Wehen sind deutlich zu spüren aber meist nur mäßig schmerzhaft Sie fühlen sich meist wie ein starker Menstruationsschmerz mit Ziehen im Rücken an und werden zunehmend stärker und länger
(etwa 25 – 60 sec.)
Senkwehen werden weniger, wenn man ein warmes Bad nimmt Eröffnungswehen können durch das warme Baden intensiver werden.

Geburtswehen: Wehen sind regelmäßig

Handelt es sich bei den Wehen um Geburtswehen, dann messe jetzt die Wehenabstände, notiere sie diese gegebenenfalls und versuche, ausreichend ruhig und tief zu atmen. Verkrampfen nicht, sondern bleibe so entspannt wie es dir möglich ist. Wie fühlen sich Geburtswehen im Gegensatz zu anderen Wehen an? Im Video siehst du die Antwort:

Wehenschmerzen - so fühlen sie sich an!

Wie schmerzhaft du selbst die Wehen empfinden wirst, hängt von deiner generellen Schmerzempfindlichkeit und vom aktuellen Grad deiner Entspannung ab. Versuche, statt dich zu verkrampfen, besser die Wehen willkommen zu heißen: „Jede Wehe bringt mich meinem Kind näher!“
Zwischen den Wehen solltest du Kraft sammeln und dich ausruhen. Trink viel. Wenn du unsicher bist, ob es wirklich los geht, kontaktiere deinen Frauenarzt oder deine Hebamme oder direkt den Kreißsaal und kläre, wie du weiter vorgehen sollst. Deine Kliniktasche solltest du schon einige Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin bereithalten, damit du jetzt startklar bist. Es bleibt aber noch genug Zeit, noch die letzten Sachen einzupacken. Das Baby wird nicht sofort auf die Welt kommen.

Wehen: Wann ins Krankenhaus?

Kommen die Wehen in regelmäßigen Abständen von zehn Minuten, solltest du dich auf den Weg zum Kreißsaal machen – bei längerer Anfahrt auch schon etwas früher.

Bei Blasensprung ins Krankenhaus

Am Ende der Schwangerschaft wird der Frauenarzt oder die Hebamme regelmäßig kontrollieren wie tief der Fötus bereits im Becken liegt. Sollte es zu einem Blasensprung kommen bevor das Kind mit dem Kopf vollständig im Becken liegt, ist ein liegender Transport zum Kreißsaal ratsam da sonst das Risiko besteht, dass die Nabelschnur unter den Kopf des Fötus gelangt und während der Geburt abgedrückt wird. Frage im Kreißsaal nach falls du unsicher bist, ob ein liegender Transport notwendig ist.

Weitere Gründe sofort in die Klinik zu fahren:

  • vaginale Blutungen(auch leichte Schmierblutungen)
  • plötzliche Schmerzen zusätzlich zu den Wehen
  • Abgang von Flüssigkeit aus der Scheide (möglicher Blasensprung)
  • Fieber oder erhöhte Körpertemperatur
  • vorzeitiger Abgang des Schleimpfropfs
  • Augenflimmern
  • Übelkeit, Schwindelanfälle

Vorzeitige Wehen

Bei einem normalen, zeitgerechten Geburtsablauf setzen die Wehen ein wenn die Entwicklung des Fötus im Bauch abgeschlossen und er somit geburtsreif ist. Doch es kommt auch vor, dass Frauen vorzeitig Wehen haben und eine Frühgeburt droht. Anzeichen für eine Frühgeburt sind generell: vorzeitige Wehen, die vorzeitige Öffnung des Muttermundes und der vorzeitige Blasensprung.

Wehentätigkeit in der Schwangerschaft ist nicht immer ein Zeichen einer drohenden Frühgeburt. Jedoch ist bei fünf bis sechs Wehen je Stunde zu erwarten dass sich der Muttermund öffnet, ebenso bei mehr als zehn schmerzhaften Wehen pro Tag und dies ist als problematisch anzusehen.

Man spricht von einer Frühgeburt wenn das Baby vor der vollendeten 36. SSW geboren wird. Durch den medizinischen Fortschritt ist ein Frühgeborenes inzwischen meist ab der 24. SSW außerhalb des Mutterleibes lebensfähig, jedoch noch vielen Risiken ausgesetzt.

Darum ist es wichtig, dass sich Schwangere mit vorzeitigen Wehen strikt an die ärztlichen Vorgaben halten, sich entsprechend schonen und versuchen die Schwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten. Meist wird die Einnahme von Magnesium verschrieben da dieses sich entkrampfend auf die Muskulatur auswirkt. Manche Frauenärzte verschreiben Magnesium routinemäßig da es bei Schwangeren leicht zu einem Mangel kommt weil der Fötus besonders in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten einen Großteil davon beansprucht. Magnesiummangel kann vorzeitige Wehen auslösen, häufig gehen dem Wadenkrämpfe, Kopfschmerzen, Depressionen oder Übelkeit und Erbrechen voraus.

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