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Wehencocktail: Ein Rezept für den Geburtsbeginn?

Wehencocktails können dabei helfen, die Wehen einzuleiten. Doch obwohl er natürlich ist, ist er keineswegs harmlos. Wichtig: Nimm diesen Wehen-Trunk nie ohne Rücksprache mit deiner Hebamme.

Das musst du beachten, wenn du einen Wehencocktail trinken willst
Das musst du beachten, wenn du einen Wehencocktail trinken willst
© Unsplash/ rawpixel

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Wehencocktail: Das steckt drin

Wehencocktails sind Getränke, die die Darmtätigkeit anregen und dadurch Wehen auslösen soll. Die Wehencocktail-Rezepte variieren sehr stark, doch eine Zutat haben sie für gewöhnlich immer gemeinsam: Rizinusöl. Der Wehencocktail besteht außerdem noch aus Fruchtsaft – meist Aprikosensaft, weil er besonders kaliumhaltig ist – aus Mandelmus, Alkohol in Form von Sekt oder klarem Schnaps und manchmal auch aus Eisenkraut.

Insgesamt eine wenig verlockende Mischung – offenbar auch für Babys. Ob du deine Schwangerschaft auf diese Weise und obendrein mit Alkohol beenden solltest, dass musst du mit deiner Hebamme gemeinsam entscheiden. Die meisten Experten raten davon generell ab, aus Ungeduld damit zu experimentieren und die Geburt zu erzwingen.

Wehencocktail nur in Rücksprache trinken

Wenn du trotzdem einen Wehencocktail trinken willst, solltest du dies nicht unbeaufsichtigt tun und vorher mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt besprechen. Sie können besser entscheiden, ob es in deinem Fall Sinn macht, die Wehen auf diese Weiße einzuleiten: Ist dein Muttermund schon weit genug geöffnet? Droht eine Übertragung? Hier kann es durchaus schon recht bald mit den Wehen losgehen und nicht jede Schwangerschaft verträgt diese Maßnahme!

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Wehencocktail: Wirkung

Rizinusöl wirkt abführend und regt die Darmtätigkeit an. Durch die plötzlichen, heftigen Muskelkrämpfe des Darmes wird deinem Körper signalisiert, dass sich die Lebensbedingungen für das Kind akut verschlechtern. Auf dieses Signal reagiert die Gebärmutter mit Wehen. Der Saft soll den entstehenden Elektrolytverlust verringern. Der Alkohol hingegen ist notwendig, damit sich das Öl im Saft besser lösen kann. Die Wirkung des Wehencocktails tritt ungefähr nach zwei bis sechs Stunden ein.

Aber: Der Wehencocktail funktioniert allerdings nur, wenn du schon geburtsbereit bist und dein Muttermund bereits geöffnet ist.

Wehencocktail: Nebenwirkungen nicht so harmlos

Die Inhalte sind zwar natürlich, aber keineswegs harmlos für dich oder das Baby. Speziell beim Öl muss auf die Dosierung Acht gegeben werden, eine zu große Menge kann Krämpfe verursachen. Eine Überdosierung oder eine falsche Mischung kann außerdem zu starken Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Kreislaufbeschwerden führen.

Auch für dein Kind ist der Wehencocktail nicht ganz ohne: Das Rizinusöl kann in den Blutkreislauf deines Babys gelangen und bei diesem ebenso zum Stuhlgang führen. Gelangt das Mekonium ins Fruchtwasser, so verfärbt sich dieses grün, was immer ein Warnhinweis ist und für kindlichen Stress spricht. Außerdem enthalten die meisten Wehencocktails Alkohol, der durch die Plazenta ebenfalls ins Blut des Kindes gelangt.

Alternative Methoden Wehen zu fördern

Weil Wehencocktails also falsch dosiert auch starke Nebenwirkungen haben können, sind sie in Deutschland umstritten. Du solltest mit deiner Hebamme gewissenhaft abwägen, ob die Einnahme für dich und dein Kind sinnvoll ist.

Alternative Methoden um deine Wehen einen kleinen Anstoß zu verpassen, findest du in unserem Ratgeberartikel „Wehen fördern: So kannst du die Geburt anregen“.

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Quellen:

  • Dr. med. Gumpert, Nicolas: Der Wehencocktail,
    https://www.dr-gumpert.de/html/wehencocktail.html., (letzter Zugriff: Juni 2019)
  • Laue, Birgit: 1000 Fragen an die Hebamme, Gräfe und Unzer Verlag
  • Haber, Barbara; Husslein, Peter; Schuster, Ulrike: 300 Fragen zur Geburt, Gräfe Und Unzer Verlag
  • Holzgreve, Brigitte: 300 Fragen zur Schwangerschaft, Gräfe Und Unzer Verlag