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Wehencocktail: Rezept für den Geburtsbeginn?

Wehencocktails sollen dabei helfen, die Wehen einzuleiten. Doch obwohl er natürlich ist, ist er keineswegs harmlos. Wichtig: Nimm diesen Wehentrunk nie ohne Rücksprache mit deiner Hebamme und auf keinen Fall zuhause selbstständig ein.

geprüft von Anja Stern und Marie Beinhauer, Hebammen

Das musst du beachten, wenn du einen Wehencocktail trinken willst
Das musst du beachten, wenn du einen Wehencocktail trinken willst
© Unsplash/ rawpixel

In diesem Artikel:

Wehencocktail: Das steckt drin

Wehencocktails sind Getränke, die die Darmtätigkeit anregen und dadurch Geburtswehen auslösen sollen. Die Wehencocktail-Rezepte variieren sehr stark, doch eine Zutat haben sie für gewöhnlich immer gemeinsam: Rizinusöl. Der Wehentrunk besteht außerdem noch aus Fruchtsaft – meist Aprikosensaft, weil er besonders kaliumhaltig ist – aus Mandelmus, Alkohol in Form von Sekt oder klarem Schnaps und manchmal auch aus Eisenkraut. Insgesamt eine wenig verlockende Mischung – offenbar auch für Babys.

Wehencocktail nur in Rücksprache trinken

Egal, ob der Entbindungstermin noch bevorsteht oder schon eine Übertragung droht: Ob du deine Schwangerschaft auf diese Weise und obendrein mit Alkohol beenden solltest, das musst du mit deiner Hebamme gemeinsam entscheiden. Die meisten Experten raten davon generell ab, aus Ungeduld damit zu experimentieren und die Geburt zu erzwingen. Dieser Meinung schließen sich auch die Hebammen Anja und Marie vom Blog hallohebamme an. Sie raten von einer Einnahme ab! Auch in vielen Kliniken würde der Wehentrunk zur Geburtseinleitung nicht mehr angeboten.

Wenn du ihn trotzdem trinken willst, solltest du dies nicht unbeaufsichtigt tun! Nicht jede Schwangerschaft verträgt diese Maßnahme. Wie effektiv die Wirkung ist, kommt außerdem darauf an, ob dein Muttermund schon weit genug geöffnet ist.

Wirkungsweise des Wehencocktails

Rizinusöl wirkt abführend und regt die Darmtätigkeit an. Durch die plötzlichen, heftigen Muskelkrämpfe des Darmes wird deinem Körper signalisiert, dass sich die Lebensbedingungen für das Kind akut verschlechtern. Auf dieses Signal reagiert der Körper mit Wehen. Zusätzlich stimuliert die gesteigerte Darmtätigkeit die Muskulatur der Gebärmutter. Der beigemischte Saft soll den entstehenden Elektrolytverlust verringern.

Jeder Körper reagiert aber anders auf den Wehencocktail. Wie lange es dauert, bis Wehen einsetzen, ist daher schwer zu sagen. Die Wirkung setzt meist nach ungefähr zwei bis sechs Stunden ein.

Der Wehencocktail wirkt nicht?

Es besteht keine Garantie, dass der Wehentrunk bei dir Wehen auslöst. Das funktioniert nur, wenn du schon geburtsbereit bist und dein Muttermund bereits geöffnet ist. Im schlimmsten Fall hast du nur Bauchkrämpfe und Durchfall. Denn abführend wirkt die Mischung auf jeden Fall.

Wehencocktail-Rezepte nicht ohne Nebenwirkungen

Die Inhalte sind zwar natürlich, aber keineswegs harmlos für dich oder das Baby. Speziell beim Öl muss auf die Dosierung Acht gegeben werden, eine zu große Menge kann Krämpfe verursachen. Eine Überdosierung oder eine falsche Mischung kann außerdem zu starken Nebenwirkungen wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen oder Kreislaufbeschwerden führen.

Auch für dein Kind ist der Wehencocktail nicht ganz ohne: Das Rizinusöl kann in den Blutkreislauf deines Babys gelangen und bei diesem ebenso zum Stuhlgang führen. Gelangt das Mekonium ins Fruchtwasser, so verfärbt sich dieses grün, was immer ein Warnhinweis ist und für kindlichen Stress spricht. Außerdem kann der Alkohol, der in die meisten Wehencocktail-Rezepte gehört durch die Plazenta ebenfalls ins Blut des Kindes gelangen.

Alternative Methoden Wehen zu fördern

Weil Wehencocktails falsch dosiert auch starke Nebenwirkungen haben können, sind sie in Deutschland umstritten. Du solltest mit deiner Hebamme gewissenhaft abwägen, ob die Einnahme für dich und dein Kind sinnvoll ist.

Alternative Methoden um deine Wehen einen kleinen Anstoß zu verpassen, findest du in unserem Ratgeberartikel „Wehen fördern: So kannst du die Geburt anregen“.

Quellen

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