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Wochenfluss: So lange dauert der blutige Ausfluss

Der Wochenfluss erwartet jede frisch gebackene Mama und kann einen ziemlich erschrecken. Aber dieser starke, blutige Ausfluss ist völlig normal und ungefährlich. Erfahre hier, wie lange der Ausfluss dauert, wie er sich verändert und worauf es bei der Intimpflege jetzt ankommt.

Anja Stern und Marie Beinhauer

Direkt nach der Geburt setzt der Wochenfluss ein
Direkt nach der Geburt setzt der Wochenfluss ein
© Bigstock/ yobro

Wochenfluss (Lochien) als Teil der Rückbildung

Der Wochenfluss setzt nach jeder Geburt ein, auch bei einem Kaiserschnitt. Auslöser für diesen blutigen Ausfluss ist die Nachgeburt: Wenn die Plazenta und die Eihäute der Fruchtblase vom Körper abgestoßen werden, hinterlassen sie eine großflächige Wunde in der Gebärmutter.

Bis diese verheilt ist sondert sie ein Wundsekret ab: den Wochenfluss, der auch Lochien genannt wird. Wie lange die Wundheilung dauert, ist unterschiedlich und auch von der Intensität der Nachwehen abhängig. In der Regel hält der Fluss vier bis sechs Wochen an und verändert dabei Farbe und Konsistenz. Lies nachfolgend alle Infos zum Verlauf.

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Wie lange dauert der Wochenfluss?

Es gibt ärztliche Richtlinien über die Dauer des Wochenfluss: Wie lange er bei dir dauern wird, hängt auch davon ab, wie gut deine Wundheilung ist. Im Normalfall dauert es etwa vier bis sechs Wochen bis die Geburtswunde ganz verheilt ist. Die Menge an blutigem Ausfluss lässt zum Glück schon Ende der ersten Woche deutlich nach. „Es kann auch vorkommen, dass das Blut in der Gebärmutter oder Scheide etwas gerinnt und als Koagel (Blutklumpen) ausgeschieden wird“, erklären die Hebammen Anja und Marie vom Blog hallohebamme außerdem. Auch solche größeren Blutklumpen sind durchaus normal und kein Grund zur Sorge. Sollte dich das aber trotzdem beunruhigen, sprich das gerne bei deinem Gynäkologen oder deiner Hebamme an.

Wochenfluss-Dauer & -Verlauf:

Wie sich Wochenfluss-Farbe und Konsistenz nach und nach ändern, siehst du hier im Überblick.

  • 1. Woche: Lochia ruba
    Am 1. Tag nach der Geburt ist der Fluss am stärksten. Bis zu 300 Milliliter rein blutiger Ausfluss – er wird als Lochia ruba bezeichnet – sind möglich. Neben Wundsekret werden auch noch Schleimhautreste der Gebärmutter, Vaginal- und Zervixschleim ausgeschieden.
    Ab dem 2. Tag – 3. Tag werden die Lochien schon weniger. Bis zu 100 Milliliter täglich sind aber möglich. Der Ausfluss ist immer noch blutig, allerdings deutlich wässriger als am ersten Tag. Ausgestoßen werden weiterhin Blut, Blutgerinsel, Gewebereste und Schleim. Auch Bakterien werden dank des starken Ausflusses gut ausgespült.
  • Ende 1. Woche: Lochia fusca
    Eine Woche nach der Geburt ist die Wunde schon soweit verheilt, dass sie nur noch wenig blutet. Die Blutung ändert jetzt ihre Farbe: Sie ist rot-bräunlich oder rosa-wässrig. Auch die Menge wird viel weniger. Meist sind es nur 10-30 Milliliter am Tag.
  • Ende 2. Woche: Lochia flava
    Gegen Ende der 2. Woche kann sich die Wochenfluss-Farbe nochmals verändern. Der Ausfluss kann jetzt nicht nur rot-bräunlich, sondern auch gelblich sein. Ärzte und Hebammen sprechen dann von der Lochia flava. In dieser Phase des Wochenbetts sind 5 – 10 Milliliter Ausfluss üblich.
  • Ende 3. Woche: Lochia alba
    Jetzt hat die Blutung schon fast vollständig nachgelassen. Die Menge lässt sich mit leichtem Ausfluss vergleichen. Übrigens auch die Farbe: Die Lochien sind jetzt weißlich bis klar (Lochia alba). Die Wunde in der Gebärmutter sollte jetzt gut verheilt sein, die Schleimhaut befindet sich schon wieder im Aufbau.
  • 4. – 6. Woche
    Etwa einen Monat nach der Geburt hat sich die Gebärmutter wieder regeneriert – eine neue Schleimhaut hat sich gebildet. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass deine Periode nach der Geburt sofort wiederkommt. Wann es soweit ist, ist von Frau zu Frau unterschiedlich und häng von verschiedenen Faktoren ab.

Wochenfluss nach Kaiserschnitt

Jeder Geburt folgt der Wochenfluss. Nach Kaiserschnitt oder Kaisergeburt fallen die Lochien meist schwächer aus, und dauern deutlich kürzer. Grundsätzlich ist es für den Verlauf aber unwesentlich, auf welche Art entbunden wurde. Denn bei jeder Geburt hinterlässt die Plazenta eine offene Wunde – bei einem Kaiserschnitt wird der Mutterkuchen allerdings manuell gelöst.

Wochenflussstau (Lochialstau)

Bemerkst du, dass dein Wochenfluss plötzlich deutlich nachlässt oder über mehrere Stunden ganz aufhört, solltest du schnell handeln und deine Hebamme oder einen Arzt informieren. Es kann sein, dass sich ein Wochenflussstau gebildet hat. Ärzte sprechen auch von Lochialstau.

Deutliches Warnsignal ist ein unangenehm, stinkender Wochenfluss-Geruch. Verschließt sich der Muttermund und können die Lochien nicht abfließen, sammelt sich das Wundsekret in der Gebärmutter. Im schlimmsten Fall kann sich diese, beziehungsweise die Nachgeburts-Wunde, entzünden. Man spricht dann vom Kindbettfieber. Die Infektionskrankheit muss mit Antibiotika behandelt werden. Heutzutage kommt es aber nur noch selten zu einer solchen Infektion. Und mit sorgfältiger Hygiene im Wochenbett kannst du ihr gut vorbeugen.

Während des Wochenfluss besonders auf Hygiene achten

Während jeder Phase des Wochenflusses ist sorgfältige Hygiene ganz wichtig. Mit dem Wundsekret werden auch Bakterien aus der Gebärmutter ausgespült. Damit sich diese nicht vermehren und erneut in die Gebärmutter aufsteigen, musst du regelmäßig die Vorlagen oder Binden wechseln. Gerade in den ersten zwei Wochen ist es zu empfehlen, alle zwei bis drei Stunden eine frische Wochenflussbinde zu verwenden.

Von Tampons ist grundsätzlich abzuraten, da sie das Infektionsrisiko erhöhen. Auch auf der Toilette solltest du besonders auf Hygiene und gründliche Reinigung achten. Am besten du wäschst dir auch vor dem Toilettengang die Hände, damit keine Keime und Bakterien über die Scheide in die Gebärmutter gelangen können.

Wochenfluss und Wundheilung fördern

Ein zusätzlich Pflege-Tipp, den Hebammen gerne geben ist, den Intimbereich vor oder nach dem Toilettengang zusätzlich mit lauwarmem Wasser zu spühlen – aber bitte nur von außen. Am besten geht das zum Beispiel mit einem Messbecher, den du bereit stellst. Außerdem gilt, wie bei jeder Wunde, Frischluft hilft: Wenn du dich damit wohl fühlst, kannst du dich „untenrum“ frei machen und auf eine wasserfeste Unterlage legen. Eventuell ist es besser damit zu warten, bis die Lochien etwas weniger geworden sind.

Auf Vollbäder solltest du dagegen möglichst verzichten, vor allem während der ersten Tage nach der Geburt. Zwar ist es nicht grundsätzlich verboten in die heimische Badewanne zu steigen, doch so kurz nach der Geburt haben es Keime viel leichter in die Gebärmutter aufzusteigen. Darum raten Gynäkologen auch unbedingt von einem Schwimmbadbesuch ab. Doch danach wird dir vermutlich eher weniger zu Mute sein.

Ein weiteres „No Go“ das Ärzte aussprechen solange deine Lochien noch fließen: Sex. Vielen Frauen, die gerade entbunden haben wird es nicht schwer fallen, darauf noch ein paar Wochen zu verzichten.

Vielleicht hast du auch schon davon gehört, dass es bei der Rückbildung unterstützend wirken kann, sich regelmäßig für ein paar Minuten auf den Bauch zu legen. Wir empfehlen, dass du das direkt mit deiner Hebamme absprichst. Nicht für jede frisch gebackene Mutter ist die Bauchlage ideal – vor allem nicht nach einem Kaiserschnitt.

 

Quellen