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Zimt in der Schwangerschaft nur in Maßen unbedenklich

Lecker, aber auch erlaubt?
Lecker, aber auch erlaubt?
© Pixabay / gate74

Zimt steckt in vielen süßen Leckereien. Darauf verzichten musst du in der Schwangerschaft nicht. Allerdings solltest du auf ein paar wichtige Details achten.

Wirkung von Zimt in der Schwangerschaft

Zimt wurde schon früh in der Heilkunde eingesetzt. Das Gewürz kann zum Beispiel den Blutzuckerspiegel senken, regt die Verdauung an und fördert die Durchblutung – auch die der Gebärmutter. Deswegen wird ihm eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht.

Außerdem müsstest du gezielt täglich mehrere Teelöffel essen bis Zimt Wehen auslösen könnte. Allerding stimmt es, dass Hebammen unter anderem Zimttee bei einer fortgeschrittenen Schwangerschaft empfehlen, um Wehen sanft anzuregen.

Der Grund, warum Schwangere Zimt nur vorsichtig genießen sollten, ist trotzdem ein anderer.

Wie viel Zimt ist in der Schwangerschaft erlaubt?

Bei der Frage, ob Zimt in der Schwangerschaft erlaubt ist, geht es vielmehr um den Aromastoff Cumarin. Der ist für den Menschen grundsätzlich in zu großen Mengen giftig und kann Leberschäden verursachen. Daher gilt er auch für Schwangere als bedenklich.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 0,1 Milligramm Cumarin pro kg Körpergewicht als täglichen Grenzwert festgelegt. “Ein Erwachsener mit 60 kg Körpergewicht kann folglich ein Leben lang täglich 6 mg Cumarin aufnehmen, ohne dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist”, erklärt das Institut. Der schädliche Aromastoff kommt im herkömmlichen Gewürz aber nur bedingt vor. Hier kommt es ganz entscheidend auf die Zimt-Sorte an!

: Worauf noch achten?

Cumarin in der Schwangerschaft: Wichtige Unterschiede bei Zimt-Sorten

Du kannst zwischen zwei Zimt-Sorten unterscheiden:

  • Cassia-Zimt: Das ist die weit verbreitete, günstigere Sorte. Diese enthält relativ viel Cumarin. Ein Test von “Stiftung Warentest” hat beispielsweiße ergeben, dass verschiedene Cassia-Zimtgewürze im Schnitt etwa 4 Gramm Cumarin pro Kilogramm enthalten. Je nach Produkt solltest du nicht mehr als 120 Gramm Cassia-Zimt pro Tag essen (unabhängig von einer Schwangerschaft)
  • Ceylon-Zimt: Ist die hochwertigere Sorte. Sie enthält kaum Cumarin, ist aber auch um ein Vielfaches teurer.

Vorsicht bei hochdosierten Zimtpräparaten

In hoher Konzentration wird Cumarin zum Beispiel in Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamenten verwendet. Daher solltest du bei Zimtkapseln besonders vorsichtig sein, auch wenn diese oft angepriesen werden, um Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen. Nimm solche Präparate bitte nie ohne Rücksprache mit deiner Hebamme oder deinem Arzt ein.

Franzbrötchen, Zimtschnecken und Co: Was ist erlaubt?

Darf ich das geliebte Franzbrötchen in der Schwangerschaft noch sorglos genießen? Die Antwort, die Zimtliebhaberinnen freuen wird: ja! Wie viel Zimt beziehungsweise Cumarin Bäcker für Franzbrötchen, Zimtschnecken oder auch in Plätzchen wie Zimtsternen verwenden dürfen, ist streng geregelt – ebenso wie für Müsli & Co.

Die Grenzwerte sind in der europäischen Aromenverordnung festgehalten:

  • Traditionelle und saisonale Backwaren: 50 Milligramm Cumarin pro Kilogramm
  • Feine Backwaren wie Franzbrötchen: 15 Milligramm Cumarin pro Kilogramm
  • Müsli, Zimt-Cornflakes und Ähnliches: 20 Milligramm Cumarin pro Kilogramm
  • Dessertspeisen wie Milchreis: 5 Milligramm Cumarin pro Kilogramm

Mach dir aber bitte keine zu großen Sorgen. Du musst nicht sofort Leberschäden befürchten, wenn du an einem Tag etwas mehr Zimt in der Schwangerschaft gegessen hast. Auch für dein Baby besteht keine unmittelbare Gefahr. Hast du zu viel Cumarin zu dir genommen, musst du allerdings mit starken Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen rechnen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der bäckt einfach selbst und verwendet den hochwertigeren Ceylon-Zimt.

Quellen

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