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Zimt in der Schwangerschaft: nur in Maßen unbedenklich

Zimtrollen in einer Schale
Zimt & Schwangerschaft: Ab wann wird es gefährlich?
© Pixabay / gate74

Zimt steckt in vielen süßen Leckereien. Doch ist auch Zimt in der Schwangerschaft erlaubt? Dabei kommt es auf wichtige Details an!

Die Wirkung von Zimt in der Schwangerschaft

Bei der Frage, ob Zimt in der Schwangerschaft erlaubt ist, geht es eigentlich um den Aromastoff Cumarin. Der ist für den Menschen grundsätzlich in zu großen Mengen giftig und kann Leberschäden verursachen. Daher gilt er auch für Schwangere als bedenklich.

Allerdings kommt es ganz entscheidend auf die Sorte an, die beim Thema Zimt & Schwangerschaft eine entscheidende Rolle spielt!

Vorab eine Warnung:

Versuche nie trockenen Zimt ohne Flüssigkeit einzunehmen! Das kann zu schweren Atemstörungen, Lungenentzündungen und Ersticken führen. Es gab sogar Fälle, die nach dem Verzehr von einem Esslöffel trockenem Zimt in ein Koma gefallen sind!

Welche Arten von Zimt gibt es?

Du kannst zwischen zwei Zimt-Sorten unterscheiden:

  • Cassia-Zimt
    Das ist die weit verbreitete, günstigere Sorte. Diese enthält relativ viel Cumarin. Ein Test von “Stiftung Warentest” hat beispielsweise ergeben, dass verschiedene Cassia-Zimtgewürze im Schnitt etwa 4 Gramm Cumarin pro Kilogramm enthalten.
  • Ceylon-Zimt
    Das ist die hochwertigere Sorte. Sie enthält kaum Cumarin, ist aber auch um ein Vielfaches teurer.

Je nach Produkt solltest du nicht mehr als 120 Gramm Cassia-Zimt pro Tag essen (unabhängig von einer Schwangerschaft). Doch das ist realistisch gesehen auch relativ schwierig: In einem ganzen Blech Zimtsterne sind im Schnitt gerade mal vier Gramm Zimt

Wie viel Zimt ist in der Schwangerschaft erlaubt?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat 0,1 Milligramm Cumarin pro kg Körpergewicht als täglichen Grenzwert festgelegt. “Ein Erwachsener mit 60 kg Körpergewicht kann folglich ein Leben lang täglich 6 mg Cumarin aufnehmen, ohne dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung zu erwarten ist”, erklärt das Institut.

Schwangere sollten laut dem Institut nicht mehr als 0,03 Milligramm Cumarin pro Körpergewicht aufnehmen – bei 60 Kilogramm wären das also nicht mehr als zwei Gramm pro Tag.

Kann zu viel Zimt Wehen auslösen?

Zimt wurde schon früh in der Heilkunde eingesetzt. Das Gewürz kann zum Beispiel den Blutzuckerspiegel senken, regt die Verdauung an und fördert die Durchblutung – auch die der Gebärmutter. Deswegen wird ihm eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt. Wissenschaftliche Beweise gibt es dafür nicht.

Außerdem müsstest du gezielt täglich mehrere Teelöffel essen, bis Zimt Wehen auslösen könnte. Allerding empfehlen manche Hebammen unter anderem Zimttee bei einer fortgeschrittenen Schwangerschaft, um Wehen sanft anzuregen – aber erst, wenn die Geburt kurz bevorsteht! Wehenfördernde Nahrungs- oder Hausmittel solltest du nie ohne Absprache mit deinem Arzt oder einer Hebamme einnehmen!

Zimtschnecken, Zimttee und Co: Was ist erlaubt?

Darf ich die geliebte Zimtschnecke in der Schwangerschaft noch sorglos genießen? Die Antwort, die ZimtliebhaberInnen freuen wird: Ja! Wie viel Zimt beziehungsweise Cumarin Bäcker für Franzbrötchen, Zimtschnecken oder auch in Plätzchen wie Zimtsternen verwenden dürfen, ist streng geregelt – ebenso wie für Müsli & Co.
Die Grenzwerte sind in der europäischen Aromenverordnung festgehalten:

  • Traditionelle und saisonale Backwaren -> 50 Milligramm Cumarin pro Kilogramm
  • Feine Backwaren wie Franzbrötchen -> 15 Milligramm Cumarin pro Kilogramm
  • Müsli, Zimt-Cornflakes und Ähnliches -> 20 Milligramm Cumarin pro Kilogramm
  • Dessertspeisen wie Milchreis -> 5 Milligramm Cumarin pro Kilogramm

Mach dir also bitte keine zu großen Sorgen. Du musst nicht sofort Leberschäden befürchten, wenn du an einem Tag etwas mehr Zimt in der Schwangerschaft gegessen hast. Auch für dein Baby besteht keine unmittelbare Gefahr.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der backt einfach selbst und verwendet den hochwertigeren Ceylon-Zimt.

Zimt & Schwangerschaft: Wer muss ganz auf Zimt verzichten?

Wer bestimmte Vorerkrankungen hat, sollte laut dem Deutschen Ärzteblatt (unabhängig von einer Schwangerschaft), Zimt eher meiden oder nur in sehr geringer Dosierung zu sich nehmen. Zu dieser Risikogruppe gehören:

  • Menschen, die Vorerkrankungen an der Leber haben (Leberschäden)
  • Diabetiker, da Zimt den Blutzuckerspiegel stark senken kann

Wenn du also weißt, dass du bestimmte Vorerkrankungen hast, solltest du dich von einem Arzt beraten lassen, ob und/ oder wie viel Zimt du in der Schwangerschaft essen darfst.

Zimt & Schwangerschaft: Vorsicht bei hochdosierten Zimtpräparaten!

In hoher Konzentration wird Cumarin zum Beispiel in Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamenten verwendet. Daher solltest du bei Zimtkapseln besonders vorsichtig sein, auch wenn diese oft angepriesen werden, um Schwangerschaftsdiabetes vorzubeugen, da sie damit werben, den Blutzuckerspiegel senken zu können. Nimm solche Präparate bitte nie ohne Rücksprache mit deiner Hebamme oder deinem Arzt ein.

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Alle Informationen zur Ursache, Symptomen und Behandlung

Woran merke ich eine Überdosierung?

Hast du zu viel Cumarin zu dir genommen, kann es bei empfindlichen Menschen zu starken Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen kommen. Wende dich in diesem Fall umgehend an einen Arzt.

FAQs zu Schwangerschaft & Zimt

Darf ich Zimt bei einem Kinderwunsch essen?

Ist Zimt abtreibend?

Quellen

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