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Blutung in der Schwangerschaft: Schmierblutungen & Zwischenblutungen

Blutungen in der Schwangerschaft müssen nicht immer eine Gefahr für Kind und Mutter darstellen. Hier findest du Infos, was Zwischen- und Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft und Spätschwangerschaft bedeuten.

Was tun bei Blutungen?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Blutungen in der Frühschwangerschaft sind in den meisten Fällen unproblematisch
  • In der Spätschwangerschaft sollten sind Blutungen immer abgeklärt werden
  • Blutungen in der Schwangerschaft sollten von einem Arzt untersucht werden
  • Bei hellrotem Blut gilt: Sofort zum Arzt!
: Gut zu wissen
Welche Arten von Blutungen in der Schwangerschaft gibt es?


Jede Blutung in der Schwangerschft (also jede Blutung außerhalb der Menstruationsblutung) wird als Zwischenblutung bezeichnet.

Dabei unterscheidet man zwischen einer (meist harmlosen) Schmierblutung (auch Spotting genannt) und stärkeren Zwischenblutungen.

Je weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto ernster können die Gründe für eine Blutung in der Schwangerschaft sein.

Blutungen in der Frühschwangerschaft (bis 20. SSW)

Schmierblutungen kommen in der Frühschwangerschaft häufig vor – bei etwa jeder vierten Schwangeren. Vor allem in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten kann es öfter zu leichten Blutungen kommen.

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind die Blutungen in den meisten Fällen unproblematisch. Bei der Hälfte der Frauen, die Blutungen in der Frühschwangerschaft hatten, verläuft die restliche Schwangerschaft normal.

Relativ unbedenkliche Gründe für Blutungen in der Frühschwangerschaft

„Oft sind leichte Blutungen nur ein Zeichen dafür, dass sich die Schwangere etwas mehr schonen sollte“, heißt es auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Andere mögliche Ursachen für eine Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft sind:

  • Zwischenblutung durch Hormone
    Sie regulieren normalerweise den Zyklus. In der Frühschwangerschaft setzt der Körper diese Hormone immer noch frei.
  • Einnistungsblutungen
    Hellrote, kurze Blutung. Kann in den ersten Wochen nach der Befruchtung auftreten.
  • Kontaktblutung
    Zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr oder nach einer gynäkologischen Untersuchung
  • Scheideninfektion
    Nicht akut gefährlich, müssen trotzdem behandelt werden, um Schwangerschaftskomplikationen zu vermeiden

Laut den Frauenärztinnen Barbara Meyer-Cocron und Sonja Maria Kelö gibt es aber auch andere potenzielle Gründe für eine Schmierblutung. Schwangerschaft ist oft verbunden mit Stress und einem unausgeglichenen Hormonspiegel – beides können Ursachen für die Blutungen sein. Auch zu viel Sport ist ein möglicher Auslöser.

: Worauf muss ich achten?

Gefährliche Gründe für Blutungen in der Frühschwangerschaft

  • Wucherungen am Gebärmutterhals (Zervixpolypen)
    Große Gefahr vor Infektionen
  • Eierstockzysten
    Gefahr vor inneren Blutungen

Besonders bedrohlich bei einer Blutung in der Frühschwangerschaft sind Ursachen, bei denen sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter eingenistet hat, zum Beispiel bei einer Eileiterschwangerschaft.

Auch drohende Fehlgeburten oder eine Blasenmole zeigen sich durch eine Schmierblutung: Schwangerschaft ist in Gefahr!

Blutung in der Schwangerschaft als Anzeichen für Fehlgeburt, Mole- oder Eileiterschwangerschaft

Starke Blutungen können Anzeichen einer Tot- oder Fehlgeburt oder einer nicht richtig eingenisteten Schwangerschaft sein. Wenn du eines oder mehrere der folgenden Symptomen hast, solltest du dringend einen Arzt aufsuchen:

Symptome einer Fehlgeburt

  • Zwischen- und Schmierblutung
  • Krämpfe im Unterbauch – stärker als bei der Menstruation
  • Gewebeabgang bei den Blutungen

Symptome einer Eileiterschwangerschaft

  • Zwischen- und Schmierblutung
  • Krämpfe im Unterbauch – stärker als bei der Menstruation
  • starker Schmerz im Bauchraum
  • geringer hCG Wert

Symptome einer molaren Schwangerschaft

  • Zwischen- und Schmierblutung mit traubenähnliche Gewebestücken
  • sehr hoher Blutdruck
  • ungewöhnlich hoher hCG Wert
  • fehlende Herztätigkeit im Ultraschall
  • mehrere Bläschen im Ultraschall sichtbar, wo ein einzelner Embryo sein sollte

Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Ursache von Blutungen in der Frühschwangerschaft immer abgeklärt wird. Wenn eine Schmierblutung lange andauert, viel Gewebe ausgeschieden wird, sie hellrot oder mit Schmerzen verbunden ist, empfehlen Ärzte immer eine sofortige Untersuchung.

Blutungen in der Spätschwangerschaft (ab 20. SSW)

Blutungen im letzten Trimester sind eher selten und treten nur bei etwa vier Prozent aller Schwangerschaften auf. Bei Frauen, die unter Bluthochdruck in der Schwangerschaft oder Präeklampsie leiden kommen solche Blutungen häufiger vor.

Aber im zweiten oder dritten Trimester können Zwischen- oder Schmierblutungen ein Hinweis auf gefährliche Situationen sein. Deswegen ist laut der BZgA „immer eine umgehende ärztliche Abklärung erforderlich.“

Relativ unbedenkliche Gründe für Blutungen in der Spätschwangerschaft

Wenn gesundheitsgefährdende Gründe von einem Arzt ausgeschlossen wurden, können auch folgende harmlose Ursachen Grund für die Blutung sein:

  • Kontaktblutungen (durch Sex oder vaginale Untersuchungen)
  • Hämorrhoiden
  • Zeichenblutung nach der 35.SSW: Geburtsanzeichen

Direkt oder wenige Tage vor der Entbindung kann auch der Schleimpfropf abgehen. In diesem Fall ist die Blutung ein Signal für die bevorstehende Geburt.

Übrigens: Bei Frauen, die in der Frühschwangerschaft Blutungen hatten, kommt es etwa doppelt so häufig zu einem vorzeitigen Blasensprung.

Gefährliche Gründe für Blutungen in der Spätschwangerschaft

Ab der 20. SSW steigt die Wahrscheinlichkeit auf ernste Ursachen bei Zwischenblutungen. Du solltest daher auch Blutungen ohne Schmerzen von einem Arzt abklären lassen, um folgende Komplikationen auszuschließen:

  • Plazentaablösung (etwa durch einen Unfall)
    harter Bauch, dunkelrotes Blut und Schmerzen
  • Plazenta Praevia (Plazenta legt sich vor den Muttermund)
    schmerzlose, plötzliche, hellrote Blutung
  • Früh- oder Totgeburt
    wehenartige Schmerzen, großer Blutverlust
  • Gebärmutter Ruptur (= Riss)
    starke Blutung – Vorsicht, Lebensgefahr für Mutter und Kind!
  • Zeichenblutung vor der 35.SSW
    Gefahr einer Frühgeburt

Das kann die Farbe der Schmierblutung bedeuten

Helles Blut am Toilettenpapier? Schwangerschaft sollte jetzt nochmal ärztlich untersucht werden! Aber es gibt auch andere Farben bei einer Blutung in der Schwangerschaft, die folgendes bedeuten können:

  • Dunkelrote Schmierblutungen
    Eine dunkelrote Färbung des Blutes bedeutet, dass die Blutung recht stark ist. Oft sind bei dunkelroten Blutungen auch Gewebeteile aus geronnenem Blut enthalten. Merke: dunkles Blut – Schwangerschaft könnte in Gefahr sein.
  • Hellrote Blutung
    Frisches Blut ist in der Regel hellrot. Bekommst du also hellrote Blutung: Schwangerschaft und Babygesundheit dringend von einem Arzt überprüfen lassen!
  • Hellrosa Blutung
    Wenn die Färbung hellrosa ist, dann ist die Blutung oft nur sehr schwach. Hier solltest du die Schmierblutung auf jeden Fall im Blick behalten.
  • Braune Schmierblutung Schwangerschaft
    Braunes Blut ist in der Regel schon etwas älter als rotes. Meistens ist deine Schwangerschaft hier nicht direkt in Gefahr. Jedoch können braune Blutungen in der Schwangerschaft auf Komplikationen hinweisen.

Was sollte ich bei einer Schmierblutung in der Schwangerschaft machen?

Wenn es zu Blutungen in der Schwangerschaft kommt, ist es wichtig, dass du das Blut mit einer Binde oder Slipeinlage (auf keinen Fall mit einem Tampon!) auffängst. So kannst du dir ein Bild von der Art und Menge der Blutung machen.

Wann zum Arzt gehen wegen Blutung während der Schwangerschaft?

Sind leichte Blutungen in der Schwangerschaft normal? Ja, aber bei frischem, hellrotem Blut solltest du sofort zum Arzt! Auch braune Schmierblutungen in der Schwangerschaft sollten untersucht werden.

Hier kannst du deinen Frauenarzt anrufen und die Beschwerden beschreiben. Dein Arzt weiß, ob du sofort kommen solltest, später einen Untersuchungstermin bekommst oder, ob du doch ins Krankenhaus gehen solltest.

Tipp: Wenn du nicht sofort einen Termin bei deinem Frauenarzt bekommst und noch ein paar Stunden bis zu deinem Termin warten musst, solltest du dich hinlegen und ein bisschen ausruhen.

Beim Arzt: Welche Behandlung wegen Blutung während der Schwangerschaft?

Grundsätzlich überprüft dein Arzt zuerst durch einen Ultraschall, eine gynäkologische Untersuchung und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung, ob es dir und deinem Baby gut geht.

In der späteren Schwangerschaft kann auch der Wehenschreiber (CTG) zur Überprüfung des Babys hinzugezogen werden.

Die Behandlung der Blutung findet dann ursachenorientiert statt. Sind die Blutungen harmlos, rät dein Arzt dir dann beispielsweise Ruhe und wenig Stress. Beruhen die Blutungen auf schwereren Ursachen, wirst du ins Krankenhaus eingewiesen und dort behandelt.

Wichtig!
Das Lesen dieses Artikels ersetzt keinesfalls den Arztbesuch . Solltest du dir bezüglich Zwischenblutungen in der Schwangerschaft unsicher sein, geh zu deinem Arzt oder deiner Hebamme – sie können deine Situation richtig einschätzen und bewerten. Nur eine ärztliche Untersuchung kann dir volle Gewissheit geben!

Zum Weiterlesen:

Alles rund um das Thema Schmierblutungen liest du hier bei unserem Schwester-Portal femeda.de:
Schmierblutungen – Ursachen und Tipps

Häufige Fragen & Antworten

Wie häufig sind Blutungen in der Schwangerschaft?

Darf ich trotz Blutungen Sex haben?

Darf ich Sport treiben, wenn ich eine Schmierblutung habe?

Was kann ich tun, wenn die Blutungen am Wochenende auftreten?

Was ist bei sehr starken Blutungen in der Schwangerschaft zu tun?

Quellen

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