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Zwischen- und Schmierblutungen in der Schwangerschaft

Wenn du plötzlich Blutungen in der Schwangerschaft bekommst, ist die Sorge um das Baby natürlich groß. Hier findest du einen Überblick über Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft und Spätschwangerschaft, sowie Tipps und Ansprechpartner. Einen Überblick findest du außerdem im Video.

Zum Glück sind Zwischen- und Schmierblutung in der Schwangerschaft nicht immer gleich problematisch. Trotzdem sollte immer ein Arzt aufgesucht werden – vor allem in der Spätschwangerschaft.

Plötzliche Schmierblutung in der Schwangerschaft sind nicht immer problematisch.
Plötzliche Schmierblutung in der Schwangerschaft sind nicht immer problematisch.
© Unsplash/ erol

Schmierblutung Schwangerschaft: Blutungen in der Frühschwangerschaft

Sind Schmierblutungen in der Schwangerschaft normal? Blutungen in der Schwangerschaft kommen bei etwa jeder vierten Schwangeren vor. Vor allem in den ersten vier Schwangerschaftsmonaten können leichte Schmierblutungen öfter vorkommen. Sie sind laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in den meisten Fällen unproblematisch.

Bei der Hälfte der Frauen, die Blutungen in der Frühschwangerschaft hatten, verläuft die restliche Schwangerschaft normal. „Oft sind leichte Blutungen nur ein Zeichen dafür, dass sich die Schwangere etwas mehr schonen sollte“, heißt es auf der Webseite Schwanger und Kind, an der die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sowie die Stiftung Kindergesundheit mitwirken.

Schmierblutung Frühschwangerschaft: mögliche Ursachen

Warum habe ich eine Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft? Eine Zwischenblutung kann zum Beispiel durch die Hormone ausgelöst werden, die normalerweise den Zyklus regulieren. In der Frühschwangerschaft setzt der Körper diese Hormone oft immer noch frei.

Bei einer Schmierblutung in der Frühschwangerschaft kann es sich auch um sogenannte Einnistungsblutungen handeln. Sie können in den ersten Wochen nach der Befruchtung auftreten. Mehr zum Thema liest du im Artikel „Einnistungsblutung: Wie erkenne ich die Einnistung

Der Muttermund, der in der Schwangerschaft gut durchblutet und ohnehin empfindlich ist, kann auch Grund für eine Schmierblutung in der Schwangerschaft sein. Blutungen können beispielsweise durch Geschlechtsverkehr, eine gynäkologische Untersuchung oder Scheideninfektionen entstehen.

Laut den Frauenärztinnen Barbara Meyer-Cocron und Sonja Maria Kelö gibt es aber auch andere potenzielle Gründe für eine Schmierblutung. Schwangerschaft ist oft verbunden mit Stress und einem unausgeglichenen Hormonspiegel – beides können Ursachen für die Blutungen sein. Auch zu viel Sport kann ein möglicher Auslöser sein.

Blutungen in der Schwangerschaft sind nicht immer harmlos!

Weniger harmlos sind Ursachen, bei denen sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutter eingenistet hat, zum Beispiel bei einer Eileiterschwangerschaft. Auch drohende Fehlgeburten oder eine Blasenmole zeigen sich durch eine Schmierblutung: Schwangerschaft ist in Gefahr!

Deshalb ist es sehr wichtig, dass die Ursache von Blutungen in der Schwangerschaft immer abgeklärt wird! Wenn eine Schmierblutung lange andauert, viel Gewebe ausgeschieden wird, sie hellrot oder mit Schmerzen verbunden ist, empfehlen Ärzte immer eine sofortige Untersuchung.

Drohende Fehlgeburt, Mole oder Eileiterschwangerschaft?

Eine erfolglose Schwangerschaft durch eine Fehlgeburt, Eileiterschwangerschaft oder eine molare Schwangerschaft kann sich durch Blutungen ankündigen. Hier siehst du einen kurzen Überblick über andere Symptome:

Symptome einer Fehlgeburt

  • Zwischen- und Schmierblutung
  • Krämpfe im Unterbauch – stärker als bei der Menstruation
  • Gewebeabgang bei den Blutungen

Symptome einer Eileiterschwangerschaft

  • Zwischen- und Schmierblutung
  • Krämpfe im Unterbauch – stärker als bei der Menstruation
  • Starker Schmerz im Bauchraum
  • geringer hCG Wert

Symptome einer molaren Schwangerschaft

  • Zwischen- und Schmierblutung mit traubenähnliche Gewebestücken
  • Sehr hoher Blutdruck
  • ungewöhnlich hoher hCG Wert
  • fehlende Herztätigkeit im Ultraschall
  • mehrere Bläschen im Ultraschall sichtbar, wo ein einzelner Embryo sein sollte

Blutungen in der Schwangerschaft sind in der 2. Hälfte häufiger problematisch

Im zweiten oder dritten Trimester können Zwischen- oder Schmierblutungen in der Schwangerschaft ein Hinweis auf gefährliche Situationen sein. Deswegen ist laut BZgA „immer eine umgehende ärztliche Abklärung erforderlich.“

Mögliche Ursachen für die Zwischenblutung:  

  • Plazentaablösung – dunkelrotes Blut
  • Plazenta Praevia (Plazenta legt sich vor den Muttermund) – hellrotes Blut
  • Frühgeburt
  • Gebärmutter Ruptur (= Riss)

Direkt oder wenige Tage vor der Entbindung kann auch der Schleimpfropf abgehen. In diesem Fall ist die Blutung ein Signal für die bevorstehende Geburt. Mehr dazu liest du im Artikel „Schleimpfropf: Abgang, Funktion und Aussehen

Hellrot, dunkelrot oder braun: Das bedeutet die Farbe des Bluts

Bei einer Blutung in der Schwangerschaft kann auch die Farbe des Blutes eine wichtige Rolle spielen:

  • Dunkelrote Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft oder Spätschwangerschaft: Eine dunkelrote Färbung des Blutes bedeutet, dass die Blutung recht stark ist. Oft sind bei dunkelroten Blutungen auch Gewebeteile aus geronnenem Blut enthalten. Merke: dunkles Blut – Schwangerschaft könnte in Gefahr sein
  • Hellrote Blutung: Frisches Blut ist in der Regel hellrot. Bekommst du also hellrote Blutung: Schwangerschaft und Babygesundheit dringend von einem Arzt überprüfen lassen.
  • Hellrosa Blutung: Wenn das Blut hellrosa ist, dann ist die Blutung nur sehr schwach. Hier solltest du die Schmierblutung auf jeden Fall im Blick behalten.
  • Braune Schmierblutung – Schwangerschaft: Braunes Blut ist in der Regel schon etwas älter als Rotes. Meistens ist deine Schwangerschaft hier nicht direkt in Gefahr. Jedoch können braune Blutungen auch auf Komplikationen hinweisen.

Schmierblutung Schwangerschaft: So solltest du jetzt reagieren!

Wenn es zu Blutungen kommt ist es wichtig, dass du das Blut mit einer Binde oder Slip-Einlage (auf keinen Fall mit einem Tampon) auffängst. So kannst du dir ein Bild von der Art und Menge der Blutung machen.

Handelt es sich um frisches, hellrotes Blut oder um bräunliches, älteres Blut? Vor allem bei frischem Blut, das hellrot ist, solltest du sofort einen Arzt aufzusuchen.

Auch bräunliche Schmierblutungen sollten untersucht werden. Hier kannst du deinen Frauenarzt anrufen und die Beschwerden beschreiben. Dein Arzt weiß, ob du sofort kommen solltest, später einen Untersuchungstermin bekommst oder, ob du doch ins Krankenhaus gehen solltest.

Wenn du nicht sofort einen Termin bei deinem Frauenarzt bekommst und noch ein paar Stunden warten musst bis zu deinem Termin, solltest du dich ein bisschen hinlegen und ausruhen.

Was kann ich tun, wenn die Blutungen am Wochenende auftreten?

Bei einer Zwischen- und Schmierblutung in der Schwangerschaft sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden, welche Ursache die Blutungen haben. Wenn du schwanger bist und am Wochenende Zwischenblutungen bekommst, dann ist ein Krankenhaus mit einer gynäkologischen Abteilung der richtige Ansprechpartner. Im besten Fall kann man dir dort die Ängste und Sorgen nehmen und eine intakte Schwangerschaft bestätigen. Sollte die Schwangerschaft aber gefährdet sein, wird dir dort direkt geholfen.

Was ist bei sehr starken Blutungen in der Schwangerschaft zu tun?

Starke Zwischenblutungen und schwanger? Das ist immer ein Grund sofort ins Krankenhaus zu fahren. Oft wird starker Blutverlust von Müdigkeit, starkem Durst, Schwindel oder Ohnmacht begleitet. Außerdem erhöht sich der Herzschlag deutlich, wenn du vom Liegen oder Sitzen aufstehst. Es ist daher nicht ratsam, dass du sich selbst ans Steuer setzt. Lass dich von jemandem fahren oder ruf einen Krankenwagen!

Wichtig!

Das Lesen dieses Artikels sollte keinesfalls den Arztbesuch ersetzten. Solltest du dir bezüglich Zwischenblutungen in der Schwangerschaft unsicher sein, geh zu deinem Arzt oder deiner Hebamme – sie können deine Situation richtig einschätzen und bewerten. Nur eine ärztliche Untersuchung kann dir volle Gewissheit geben!

Quellen