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Gemeinsam lesen mit Kindern: Readly-Studie zur Medienrezeption in Familien

Kind liest am Tablet
© Readly

Lesen ist die Grundlage digitaler Bildung. Einer Sonderauswertung der Pisa-Studie zufolge wird diese in Deutschland dringend gebraucht.1 Nur mit ausgeprägten Lese- und Digitalkompetenzen kann das ständig wachsende Medienspektrum selbstbestimmt genutzt und alltagstauglich eingesetzt werden.

„Die Corona-Krise hat vor Augen geführt, wie groß die Defizite an vielen deutschen Schulen sind. Vorlesen, gemeinsames Lesen und der Austausch über Medieninhalte in den Familien sind daher besonders wichtig“, glaubt Marie-Sophie von Bibra, Head of Global Growth Operations bei Readly.

Marie-Sophie von Bibra

© Readly

Die Medien-App hat für ihre Digital-Studie2 2,000 Personen in Deutschland zum Lesen journalistischer Inhalte innerhalb der Familie befragt. Es ergibt sich folgendes Bild: Die Frage, ob gemeinsam mit den Kindern, Nichten oder Enkeln gelesen wird, bejahen 28 %, bei den 30-39-Jährigen sogar 42%. Das Interesse am Lesen ist da. Nicht umsonst haben deutsche Haushalte mit 151 Büchern3 überdurchschnittlich viel Fachwissen und Literatur im Haus.

Lesen schafft Wissen und gemeinsame Momente

Einer groß angelegten, vierjährigen Umfrage zufolge4 ist allein der Zugang zu Literatur oder hochwertigen Texten dafür verantwortlich, dass Kinder und Jugendliche aus diesen Haushalten auch später besser lesen, schreiben, rechnen und technische Probleme lösen können. Doch das sind nur die harten Fakten.

Gemeinsames Lesen heißt auch, eine schöne Zeit miteinander zu verbringen, sich auszutauschen und gemeinsame Abenteuer zu erleben. Auf dieser Ebene spielt es keine Rolle, ob aus digitalen oder haptischen Medien gelesen wird. Denn das gemeinsame Lesen ist für alle Altersgruppen eine Freude und in vielerlei Hinsicht auch von Vorteil.

Unzählige Studien weltweit haben nachgewiesen, dass man sich besser konzentrieren kann und erfolgreicher5 wird. Doch auch im zwischenmenschlichen Bereich bildet gemeinsames Lesen Fähigkeiten aus, die das Leben einfach schöner machen. So ist man nicht nur selbst glücklicher6 und entspannter7, sondern auch sozialer, kontaktfreudiger8 und empathischer9.

Aus all diesen Gründen ist es erfreulich, dass 22% der Deutschen täglich gemeinsam mit ihren Kindern, Nichten oder Enkelkindern lesen bzw. 25 % mehrmals die Woche. Über die gemeinsam gelesenen Inhalte sprechen 27% der Deutschen innerhalb der Familie. Diese Diskussionsbereitschaft ist besonders stark ausgeprägt im Alter von 40-49 (32 %) und 50-59 (34 %).

Familien rezipieren journalistische Inhalte

Readly ließ auch abfragen, inwieweit speziell journalistische Inhalte, z. B. aus Magazinen und Zeitungen, gemeinsam gelesen und diskutiert werden. 41 % der Befragten tun dies täglich bis mehrmals wöchentlich. Auf die Frage, ob es wichtig ist, dass Kinder, Enkel oder Neffen und Nichten regelmäßig journalistische Inhalte lesen, antworten 35 % der Deutschen mit „Ja“, wovon die Altersgruppen von 40-49 mit 37 % und 50-59 mit 41 % ein besonderes Augenmerk auf die Medienrezeption legen.

„In unserer Flatrate-App stehen über 5.000 deutschsprachige Medien zur Verfügung, die einen altersgerechten und fächerübergreifenden Austausch ermöglichen. Über die Rezeption hochwertiger journalistischer Inhalte können Heranwachsende mit und ohne Eltern eine kritische Haltung entwickeln sowie Quellen und Perspektiven vergleichen. Die Fähigkeit, mediale Inhalte zu beurteilen, führt zu einer Digitalkompetenz, die verstärkt gebraucht wird in Zeiten von Fake News und wenn Social Media oft die Hauptinformationsquelle ist“, so Bibra weiter.

Quellen

  1. https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/pisa-sonderauswertung-deutsche-schulen-sind-digital-hintendran
  2. Die Umfrage wurde vom Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag von Readly durchgeführt. Im März 2021 fanden mehr als 10,000 Online-Interviews mit Befragten über 18 Jahren aus Schweden, Deutschland, UK, der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, USA und Italien statt.
  3. https://www.welt.de/kmpkt/article182097432/Lesen-und-Vorlesen-Wer-mit-Buechern-aufwaechst-hat-grosse-Vorteile.html
  4. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0049089X18300607#!
  5. https://www.oecd.org/education/school/programmeforinternationalstudentassessmentpisa/33690904.pdf
  6. https://hillstrategies.com/resource/the-arts-and-individual-well-being-in-canada
  7. https://readingagency.org.uk/adults/impact/research/reading-well-books-on-prescription-scheme-evidence-base.html
  8. https://www.annualreviews.org/doi/abs/10.1146/annurev-psych-120709-145406
  9. https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Vorlesen-foerdert-auch-die-Empathie-245927.html
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