Keuchhusten: Impfung ist der beste Schutz für Mutter und Kind

Baby liegt bei Mama auf der Brust
Eine Keuchhusten-Impfung bietet nicht nur für das Baby optimalen Schutz
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Keuchhusten ist eine ernste Infektionserkrankung, die gerade für junge Säuglinge und Kleinkinder zur großen Gefahr werden kann. Bei Neugeborenen kommt es im schlimmsten Fall sogar zu Atemnot bis hin zur Erstickung. Die gute Nachricht: Eine Impfung in der Schwangerschaft kann dazu beitragen, Neugeborene und junge Säuglinge vor der Erkrankung zu schützen.

Doch was ist Keuchhusten eigentlich?

Keuchhusten, auch Pertussis genannt, ist ein bakterieller Atemwegsinfekt. Er gilt als hochansteckend und wird per Tröpfcheninfektion übertragen – also beim Sprechen, Niesen oder Husten. Zumeist wird Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella pertussis verursacht. Es vermehrt sich nach einer Infektion in den Schleimhäuten menschlicher Atemwege. Die dort freigesetzten Giftstoffe schädigen das Gewebe und sind ursächlich für die Symptome der Erkrankung.

Eine Keuchhusten-Infektion dauert üblicherweise mehrere Wochen oder gar Monate an. Keuchhusten ist keine typische “Herbst-und-Winter-Erkrankung”, sondern tritt das ganze Jahr über auf. Die Inzidenz geht im Herbst und Winter nur leicht in die Höhe. In der kalten Jahreszeit stellt eine Keuchhusten-Infektion aber zusätzlich zu den Grippe- und Corona-Infektionswellen eine weitere Belastung dar.

Typischerweise unterscheidet man bei Keuchhusten drei Stadien, die nach einer Inkubationszeit von meist 9 bis 10 Tagen auftreten:

  1. Im Anfangsstadium (Stadium catarrhale) erinnern die Symptome an eine banale Erkältung: Betroffene haben häufig nur Halsschmerzen oder Schnupfen.
  2. Nach rund zwei Wochen folgt die zweite Phase, auch Stadium convulsivum genannt. Erst jetzt leiden Betroffene an den charakteristischen Hustenschüben, die meist stoßweise erfolgen. Darüber hinaus können sie sehr schmerzhaft sein und mit Erbrechen einhergehen.
  3. In der Erholungsphase (Stadium decrementi) lassen die Hustenanfälle allmählich nach und treten seltener auf. Allein diese Phase kann sich über rund sechs Wochen hinziehen.

Ein Problem bei der Erkennung von Keuchhusten sind die anfangs oft unspezifischen Symptome. Insbesondere bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Infektion auch nahezu oder komplett symptomfrei verlaufen – trotzdem sind sie ansteckend, weshalb sie andere Personen oft unwissentlich infizieren.

Besonders hoch ist das Ansteckungsrisiko im engsten Familienkreis – das ist gerade für Familien mit kleinen Babys eine große Gefahr.

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Warum sind Säuglinge besonders gefährdet?

Stecken sich Babys in ihrem ersten halben Lebensjahr mit Keuchhusten an, müssen sie oft stationär im Krankenhaus behandelt und beobachtet werden. Weil Säuglinge noch nicht in der Lage sind, den sich bildenden Schleim abzuhusten, bekommen sie häufig sehr schlecht Luft – die Folge sind Würgeattacken und Atemaussetzer bis hin zum Atemstillstand. Das macht Keuchhusten bei Neugeborenen und Säuglingen zu einer lebensbedrohlichen Gefahr, die im schlimmsten Fall zum Ersticken führen kann.

Zwar gehört zur Grundimmunisierung von Babys auch eine Impfung gegen Keuchhusten. Allerdings wird ihnen diese erst ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat verabreicht. Daher gibt es zu Beginn des Lebens eine Schutzlücke, die durch die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft geschlossen werden kann.

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Impfung gegen Keuchhusten: Schon in der Schwangerschaft

In vielen Ländern wird die Keuchhusten-Impfung für Schwangere bereits seit einigen Jahren empfohlen – etwa seit 2011 in den USA und seit 2012 im Vereinigten Königreich. Seit 2020 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) auch in Deutschland die Keuchhusten-Impfung zu Beginn des dritten Trimenons, am besten zwischen der 28. und der 32. Schwangerschaftswoche. Wenn sich eine frühere Geburt abzeichnet, wird sie bereits im zweiten Drittel der Schwangerschaft verabreicht.

Tatsächlich gibt es mehrere gute Gründe für eine Impfung in der Schwangerschaft:

  • Eine Antikörper-Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind führt zum Netzschutz des Neugeborenen – es ist also in den ersten Wochen nach der Geburt geschützt.
  • In der Regel haben Schwangere aber zu wenig Antikörper gegen Keuchhusten, durch eine Impfung in der Schwangerschaft wird die Zahl der Antikörper kurzzeitig in ausreichendem Maß erhöht.
  • Wird zum richtigen Zeitpunkt während der Schwangerschaft geimpft, werden die Antikörper über die Nabelschnur auf das ungeborene Baby übertragen: Es erhält einen vorübergehenden Schutz gegen Keuchhusten – die Schutzlücke zwischen Geburt und aktiver Impfung des Säuglings ab dem vollendeten zweiten Lebensmonat wird dadurch geschlossen.
  • Eine Impfung gegen Keuchhusten in der Schwangerschaft bildet nicht nur einen Nestschutz und schützt die werdende Mutter: Sie verringert auch die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung von der Mutter auf das Kind nach der Geburt.

Die Keuchhusten-Impfung in der Schwangerschaft gilt deshalb als wichtiger Baustein in der Schwangerschaftsvorsorge und wird auch im Mutterpass aufgeführt.

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“Cocooning”: Ein Kokon aus geimpften Kontaktpersonen um das Baby

Zusätzlichen Schutz kann außerdem eine Impfung des Umfelds bieten, also der Eltern, Geschwister, Großeltern und anderer wichtiger Bezugspersonen, die in Kontakt mit dem Baby kommen. Man spricht dabei auch vom sogenannten “Cocooning”, weil die wichtigen Kontaktpersonen so einen schützenden „Kokon“ um das Baby bilden. Liegt die letzte Keuchhusten-Impfung mehr als zehn Jahre zurück, sollten Personen aus dem näheren Umfeld ihren Schutz spätestens vier Wochen vor der Geburt des Kindes auffrischen lassen.

: Link-Tipp

Sprich’ am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über dein persönliches Risiko und die Vorsorgemöglichkeiten. Alle wichtigen Infos rund um Keuchhusten und die Impfung findest du auch unter https://www.impfen.de/impfungen/keuchhusten/

CL-Nummer: NP-DE-PTU-ADVR-230019, 12/2023