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Früher konnte sie kaum lesen – heute bringt sie es anderen Frauen bei

Gabriela - SOS-Kinderdörfer
„Ich schämte mich, um Hilfe bitten zu müssen, aber ich sah darin die einzige Chance, unsere Lebensumstände zu verbessern“
Foto: Alejandra Kaiser

Die Familie von Gabriela lebte am Existenzminimum, bevor sie sich an das SOS-Sozialzentrum wandte. Heute hat sie es geschafft und bringt selbst Frauen aus ihrer Nachbarschaft das Lesen und Schreiben bei.

Gabriela, ihr Mann und ihre vier Kinder zwischen sechs und 17 Jahre leben am Rande einer holperigen Schotterstraße in Retalhuleu in Guatemala. Hühner laufen gackernd herum, Pflanzen und bunte Blumen schmücken ihr bescheidenes, aber sauberes Zuhause. „Wir haben lange davon geträumt, unser kleines Haus zu renovieren und orange zu streichen, aber uns fehlte immer das Geld. Mit der Hilfe der SOS-Kinderdörfer haben wir es geschafft! Es strahlt nun mit der Sonne um die Wette“, sagt Gabriela lachend. „Am schönsten aber ist, dass jetzt alle unsere Kinder die Schule besuchen können.“

Bevor Gabriela sich an das SOS-Sozialzentrum wandte, lebte die Familie am Existenzminimum. Ihr Ehemann brachte wenig Geld mit nach Hause, die Kinder gingen nicht zur Schule und Gabriela konnte nichts dazuverdienen, da ihr jüngster Sohn eine leichte Behinderung hatte und ihrer besonderen Aufmerksamkeit bedurfte. „Ich schämte mich, um Hilfe bitten zu müssen, aber ich sah darin die einzige Chance, unsere Lebensumstände zu verbessern“, erzählt Gabriela.

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Gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Verpflichtungen

Im SOS-Sozialzentrum werden Familien unterstützt, die bereit sind, bestimmte Verpflichtungen einzugehen, um ihre Kinder bestmöglich zu versorgen. Mütter wie Gabriela und ihr Ehemann nehmen daher an Workshops zum Thema Kindererziehung teil und müssen dafür sorgen, dass ihre Kinder regelmäßig zur Schule gehen. Einmal im Monat erhält die Familie zusätzlich Lebensmittel, um die Grundversorgung zu gewährleisten. Besonders stolz ist Gabriela auf ihren Familiengarten, den sie jetzt dank SOS besitzt. Auf einem kleinen Stück Land baut sie Gemüse und Heilkräuter für den Eigenbedarf an.

Die SOS-Mitarbeiter motivierten Gabriela zudem, einen Alphabetisierungskurs zu belegen – ihre größte persönliche Leistung. „Ich konnte kaum lesen. Aber nach kurzer Zeit im Förderunterricht der SOS-Familienhilfe war ich in der Lage, die erste Klasse zu beenden und gleich den nächsten Kurs zu beginnen“, erzählt sie stolz. Leider waren nicht alle Veränderungen in Gabrielas Leben positiv, denn eines Tages starb ihr kleiner Junge.

Gabrielas Kinder

Foto: Gerrit Reinmüller

Trotz der großen Trauer nahmen Gabriela und ihre Familie weiterhin an den Aktivitäten zur Familienstärkung teil. Sie erzählt berührt: „Mein Wunsch ist, dass es meinen Kindern einmal besser geht als mir. Ich erkläre ihnen unermüdlich, wie wichtig Bildung ist. Mit der Unterstützung von SOS haben sie nun die Chance zu lernen, um ihr Leben selbst zu bestimmen.“

Hilfe, die Kreise zieht

Gabriela ist heute eine selbstbewusste Frau, die sich wünscht, ihr Wissen mit anderen Frauen in ihrer Gemeinde zu teilen. Ihr ist klar, dass Bildung eine große Rolle spielt, um Gewalt gegen und Diskriminierung von Frauen zu beenden. Anfangs war sie noch selbst Teilnehmerin der SOS-Familienhilfe, um die Situation in ihrer eigenen Familie zu verbessern. Heute hat sie es durch die Unterstützung von SOS geschafft und bringt Frauen aus ihrer Nachbarschaft das Lesen und Schreiben bei. „Ich habe SOS so viel zu verdanken und möchte gerne etwas zurückgeben“, so Gabriela.

Gabriela hilft anderen Frauen

Foto: Gerrit Reinmüller

SOS in Guatemala

Inmitten der Bürgerkriegswirren startete 1976 das Engagement der SOS-Kinderdörfer in Guatemala. Heute gibt es dort sechs SOS-Kinderdörfer, fünf SOS-Jugendeinrichtungen, ein Berufsbildungszentrum und acht SOS- Sozialzentren. Insgesamt profitieren über 3.600 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von diesen Hilfsangeboten. In den guatemaltekischen SOS-Sozialzentren werden über 900 bedürftige Familien dabei unterstützt, einen Weg aus Armut und Hoffnungslosigkeit zu finden. So wird verhindert, dass Kinder aufgrund ihrer sozialen Missstände Gefahr laufen, die elterliche Fürsorge zu verlieren. Menschen wie Gabriela haben davon profitiert und geben ihr Wissen weiter – ein wichtiger Beitrag zur positiven Veränderung der ganzen Gemeinde. Erfahre hier, wie auch du helfen kannst. 

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